Ist es denn sooo langweilig im Parlament?!

Abgeordneter entspannt sich während Brexit-Debatte

04. September 2019 - 21:59 Uhr

Im Video: Skurrile Szenen aus dem Unterhaus

Der britische Premierminister Boris Johnson hat eine wichtige Abstimmung im Parlament verloren. Die Abgeordneten setzten mit 328 zu 301 Stimmen durch, dass schon heute über ein Gesetz gegen einen No-Deal-Brexit und damit gegen Johnsons Pläne entschieden wird. Für Unmut bei den Briten sorgte Brexit-Hardliner Jacob Rees-Mogg: Der konservative Abgeordnete fläzte sich während der Debatte demonstrativ gelangweilt über mehrere Plätze und schloss die Augen. Im Video zeigen wir die skurrilen Szenen.

Brexit-Gegner demonstrieren seit Wochen vor dem Parlament

Die Gemüter in London sind erhitzt - nicht nur bei den Demonstranten vor, sondern auch bei den Abgeordneten im Parlament. "Jeder kann sehen, dass diese Regierung absolut entschlossen ist, die EU am 31. Oktober zu verlassen, komme was wolle", stellt Boris Johnson klar. In Wahrheit sieht die Sache ein wenig anders aus: Immer mehr Briten wollen nicht, dass ihr Land die EU einfach ohne einen Deal verlässt. Aus Angst vor komplettem Chaos im Land.

Johnson verliert Mehrheit im Parlament

03.09.2019, Großbritannien, London: Der Vorsitzende des Unterhauses, Jacob Rees-Mogg, lehnt sich während der Notstandsdebatte über ein neues Gesetz, dass einen Brexit ohne Abkommen mit der EU verhindern soll, gelangweilt in seiner Parlamentsbank zurü
Brexit
© dpa, House Of Commons, hpl

Jobverlust, Preisanstiege bei Waren aus der EU. All das ist möglich bei einem No-Deal-Ausstieg, für den Johnson bisher eine hauchdünne Mehrheit im Parlament hatte. Die ist jetzt futsch. Denn der konservative Abgeordnete Phillip Lee wechselte einfach mal die Seiten: "Es geht vor allem um die Menschen in meinem Wahlkreis und in unserem Land. Ich habe heute zu einer Partei gewechselt, die eine bessere Zukunft für sie bringt."

Heute wollen die Brexit-Gegner über ein Gesetz abstimmen lassen, welches Boris Johnson zwingen soll, bei der EU in Brüssel um eine weitere Brexit-Verschiebung zu bitten. Mit dem Ziel, einen Austritt aus der EU Ende Oktober ohne ein Abkommen, zu verhindern.