Abgasversuche mit Menschen: Uni-Klinik verteidigt Schadstoff-Tests

3. Februar 2018 - 11:23 Uhr

Forscher fühlen sich von Autofirmen getäuscht

Abgasversuche mit Menschen, finanziert von der deutschen Automobilindustrie. Und das ausgerechnet an der renommierten Technischen Hochschule Aachen. Diese Meldung schlug vor rund einer Woche hohe Wellen. Jetzt haben sich die Forscher zu Wort gemeldet, die die umstrittenen Versuche durchgeführt haben: Sie hätten sauber gearbeitet, sagen sie. Der Versuch sei im Vorfeld von einem Ethikrat offiziell genehmigt worden. Gleichzeitig erklären die Forscher, dass sie sich von den Autofirmen getäuscht fühlen.

Zusammenhang mit Dieselschadstoffen war Forschern nicht bekannt

Mit fragwürdigen Affenversuchen wollen die Forscher an der Aachener Uni nicht in Verbindung gebracht werden. Den Vorwurf, sie hätten Menschen gefährlichen Konzentrationen des Gases Stickstoff ausgesetzt, weisen sie auch entschieden zurück. (Hier erfahren Sie, wann Experimente mit menschlichen Probanden erlaubt sind.)

In der unabhängigen Studie sei es um Grenzwerte am Arbeitsplatz gegangen. Zwar habe die EUGT, ein Lobbyverein der Autoindustrie, die Studie finanziert. Es sei aber nicht deutlich gemacht worden, dass später ein Zusammenhang mit den gesundheitlichen Folgen durch Dieselschadstoffe hergestellt würde. Georg Winkens, ein ehemaliger Studienteilnehmer, sagt: "Man sollte da die Kirche im Dorf lassen. Da ist nicht viel passiert. Und ich habe bis heute keine Nachwirkungen."