2018 M10 11 - 19:32 Uhr

"W Series" startet 2019

"Frau am Steuer, Ungeheuer!" Was bislang ein frauenfeindlicher Spruch gegen die angeblich schlechteren Fahrkünste weiblicher Autofahrer ist, bekommt künftig eine andere Bedeutung. Denn bald dürfen auch Frauen auf Formel-1-Niveau in ihrer eigenen Rennserie Gas geben. im Frühjahr 2019 soll die "W Series" losrasen.

Frauen fahren mit 230 PS

Rund 230 PS: In einem solchen Boliden werden die Frauen in ihrer Rennserie ab 2019 an den Start gehen
Rund 230 PS: In einem solchen Boliden werden die Frauen in ihrer Rennserie ab 2019 an den Start gehen
© WSERIES

Der frühere Formel-1-Pilot David Coulthard plant gemeinsam mit Red-Bull-Stardesigner Adrian Newey die Gründung der Rennserie "W Series" für weibliche Piloten. Ab dem Frühjahr 2019 sind dabei eine nicht näher genannte Anzahl an Rennen auf den "besten und berühmtesten Strecken Europas" geplant. Langfristig sollen auch Rennen in Amerika, Asien und Australien stattfinden. Gestartet wird in Formel-3-Einheitsautos mit vier Zylindern, 1,8-Liter-Motor mit Turbolader und rund 230 PS Leistung.

1,5 Millionen US-Dollar Preisgeld

Bei der "W Series"-Premiere sollen 18 bis 20 Fahrerinnen eine Chance bekommen, die ein spezielles Auswahlverfahren durchlaufen haben, um das festgesetzte Preisgeld von 1,5 Millionen US-Dollar zu fahren. Bei diesem Verfahren werden unter anderem die Fitness und das fahrerische Verständnis geprüft. Außerdem müssen die Frauen bereits Erfahrung im Rennsport haben. Zukünftig sollen die Pilotinnen durch ihre neu gewonnenen Erfahrungen auch in die etablierten Rennserien, in denen derzeit ausschließlich Männer an den Start gehen, aufsteigen können.​​

Frauen den Einstieg in die Elite ermöglichen

"Du musst kein Mann sein, um ein erfolgreicher Rennfahrer zu sein. Wir glauben fest daran, dass Frauen und Männer auf dem selben Level wettbewerbsfähig sein können", sagt Mitgründer Coulthard. Dass Frauen aktuell nicht den Sprung in die Motorsport-Elite schaffen, liegt an "der fehlenden Förderung und nicht am fehlenden Talent. Deshalb ist eine eigene Frauenserie nötig", erklärt Coulthard.

Die bislang letzte Frau in der vermeintlichen Männerdomäne war Susie Wolff, Ehefrau von Mercedes-Boss Toto Wolff, die bis zum Ende der Saison 2015 als Testfahrerin bei Williams tätig war und somit 2014 und 2015 zum erweiterten Fahrerfeld gehörte. Wolff ist Mitglied der Fia-Kommission für Frauen im Motorsport, sagt: "Wir glauben, dass die beste Möglichkeit, weibliche Talente zu erkennen, darin besteht, sie im gemischten Wettbewerb gegeneinander fahren zu lassen."