Was Sie wissen müssen

9 Gebote für den Gasgrill: So gelingt das BBQ ganz sicher

Ribeye-Steak auf dem Gasgrill - das kriegen Sie auch so hin!
Ribeye-Steak auf dem Gasgrill - das kriegen Sie auch so hin!
© iStockphoto, S. French

26. Juli 2021 - 10:55 Uhr

Gasgrill? Dafür brauchen Sie keine Schulung!

Kennen Sie das? Sie haben den Salat fertig, Bier, Würstchen, Steaks und Nachtisch stehen kalt und die Gäste vor der Tür. Aber wenn Sie das erste Stück Fleisch auf dem Rost wenden, merken Sie, dass Sie keine Schürze anhaben, keine Zange für die veganen Würstchen zur Hand und keine Küchenrolle. Und dann ist auch noch der Gasgrill ganz neu! Wie war das nochmal mit dem Deckel? Und woher weiß ich, wie lange so eine Gaskartusche hält? Mit den neun Geboten für den Gasgrill gehen Sie auf Nummer sicher.

Stark nachgefragt: Gasgrills für alle Budgets

Gasgrills liegen absolut im Trend und müssen gar nicht extrem teuer sein. Mittlerweile gibt es auch viele gut geteste Angebote in allen Preislagen. Sie haben Angst, dass das Grillen mit Gas ganz anders ist oder ihnen ist die Sache mit der Gasflasche nicht geheuer? Keine Sorge, das ist alles kein Hexenwerk und im Handumdrehen gelernt. Ein Grillbuch speziell für Gasgrills kann hier gute Dienste leisten. Und wenn Sie ein paar simple Regeln beherzigen wie unsere "Grill-Gebote", die wir lose an "Webers Gasgrill-Bibel"* 🛒 angelehnt haben, werden Sie sich satt und glücklich grillen.

LESE-TIPP: Die Gasgrill-Testsieger 2020 der Stiftung Warentest

Sie sind bereits Grillprofi? Und beherzigen bereits alle Gebote? Dann dürfen Sie sich stolz auf die Schulter klopfen und den Artikel mit Freunden teilen, die immer sehr hektisch um den Grill herumwieseln, wenn Sie dort zu Besuch sind.

Das 1. Gebot: Reserve-Gasflasche daheim haben

Eine zweite Gasflasche sollte jeder Gas-Grillmeister immer im Haus haben. Doch wieerkennt man, wie voll die Flaschen sind, die man daheim hat? Gießen Sie heißes Wasser über die Außenwand der Gasflasche und warten Sie eine Minute. Dann fahren Sie mit der Hand über die Flasche – Vorsicht, oben ist es heiß! Ertasten Sie nun, ab wo es kälter ist. Das ist der Füllstand der Flasche. Das flüssige Gas kühlt die Außenwand. Achtung, bei manchen Grills müssen Sie die Flasche dafür erst abmontieren.

Damit Sie nicht ständig diesen Test machen müssen, können Sie grob ausrechnen, wie lange die Flasche halten sollte. Energielieferant Rheingas erläutert: Eine 5-Kilo-Flasche sollte auf eine Brenndauer von etwa 5,5 Stunden kommen, eine 8-Kilo-Flasche auf 10,5 und eine 11-Kilo-Flasche auf 15 Stunden – bei voller Grillauslastung. Das ist eine grobe Schätzung. Andere Quellen nutzen andere Berechnungsformeln und kommen auf unterschiedliche Ergebnisse. Die Brenndauer ist vor allem natürlich von der Anzahl der Brennstellen und vom Grillverhalten abhängig.

Die Experten von Rheingas schätzen, dass eine drei- bis vierköpfige Familie, die ein bis zwei Mal pro Woche grillt, den Sommer über mit drei 5-Kilo-Flaschen auskommen müsste.

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Das 2. Gebot: Die passende Gasflasche für den Grill kaufen

"Grundsätzlich gilt: Je größer der Grill und Anzahl an Gasbrennern, desto mehr Verdampfungsleistung sollte die Gasflasche bieten. Man sollte am besten zur 11-kg-Flasche greifen, da sonst die Oberfläche nicht ausreicht", sagt Uwe Thomsen, Geschäftsführer der Propan Rheingas GmbH. Die Faustregel dazu: Ab drei Brennern fährt man mit der 11-kg-Flasche besser, bei weniger Brennstellen mit 8 oder 5 kg. Handelsüblich sind Mischungen aus Propan- oder Butangas – verwendbar bei warmen Temperaturen bis hin zu leichten Minusgraden. Achtung: "Die Gasflasche darf niemals liegen, wenn Gas entnommen wird", warnt Thomsen. Durch den entstehenden Überdruck kann es sonst zu Explosionen und Bränden oder Schäden am Grill kommen.

Fürs Wintergrillen bei knackigem Frost bei bis zu Minus 30 Grad kann reines Propangas verwendet werden. Die Flaschen sind allerdings meist schwerer und unhandlicher. Reines Butangas ist ab 0 Grad Celsius abwärts nicht mehr brennbar. Wichtig ist das vor allem, wenn Sie Ihren Grill mit Flasche auch im Winter im Garten lagern wollen.

Sie haben Sorge, dass Gas ausströmt? Mit einem einfachen Trick können Sie das überprüfen.

Das 3. Gebot: Keine Angst vor der Gasflasche - so prüfen Sie, ob der Anschluss dicht ist

Die Gasflasche sollte einen ebenen Stand haben und geschlossen bleiben, wenn Sie nicht grillen. Dann die Metallkappe oben abziehen – und unbedingt aufbewahren für den späteren Tausch gegen eine volle Flasche. Verschlusskappe unter dem Ventil abziehen und mit Schlauch und Druckregler des Grills verbinden – und zwar möglichst fest, am besten mit der Hand.Dann erst den Gasregler ganz oben auf der Flasche aufdrehen – eine Viertelumdrehung reicht. Achtung: Gasflaschen haben ein Linksgewinde, sie werden also andersherum geöffnet als beispielsweise Wasserhähne.

Wollen Sie sicher sein, dass kein Gas austritt, verwenden Sie ein Lecksuchspray, ein Dichtigkeitsprüfmittel. Bei einer dichten Verbindung treten keine Luftbläschen auf. Sie können das auch testen, indem sie die Verbindung in eine Schale Wasser oder Spüllauge tauchen.

Den Grill dann unbedingt mit geöffnetem Deckel zünden, damit sich keine Gasblase bildet.

Das 4. Gebot: Anleitung und Rezepte immer komplett durchlesen

Wer den Gasgrill ganz neu hat, liest sich am besten auch die Gebrauchsanweisung bis zu Ende durch. Video-Tutorials oder Foren im Internet können Neulingen ebenfalls gute Dienste leisten, sich mit dem neuen Gerät auseinanderzusetzen. Am besten erstmal allein üben und dann Gäste einladen.

Auch bei neuen Rezepten sollten Sie sich alle Arbeitsschritte vorab einmal komplett anschauen. Und natürlich alle Zutaten, die nicht im Haus sind, auf die Einkaufsliste schreiben. Dann entsteht keine Hektik, wenn das Grillgut schon drauf liegt – und man weiß, wie viel Zeit man für Vor- und Zubereitung einplanen muss. Denn wer hasst es nicht, kurz vor dem Grillen das Fleisch aus dem Kühlschrank zu holen und zu merken, dass man es über Nacht hätte marinieren sollen.

Das 5. Gebot: Zubehör griffbereit haben

Es gibt nichts Nervigeres, als immer wieder reinlaufen zu müssen, weil ein Teller für fertiges Grillgut fehlt oder Küchenpapier. Von der Grillzange übers Fleischthermometer bis zum Grillgut: Stellen Sie am besten alles schon bereit, bevor sie den Grill anschmeissen.

Das 6. Gebot: Den Grill immer 10 bis 15 Minuten vorheizen

Auch wenn Gasgrills gegenüber Holzkohlegrills den Vorteil haben, dass man einfach einschaltet, statt langwierig Kohle vorglühen zu lassen: Auch ein Gasgrill sollte 10 bis 15 Minuten vorheizen, damit nichts anklebt. Hartnäckige Fettreste lassen sich besser abbürsten, wenn der Grillrost warm ist. Sowieso sollten Sie immer alles schön sauber haben, bevor Sie das nächsten Grillen beginnen.

Nach dem Zünden halten Sie den Deckel während des Vorheizens geschlossen. Auch wenn das Grillgut auf dem Rost liegt, sollten Sie den Deckel so lang wie möglich geschlossen halten. So bleiben Hitze und Raucharomen unter der Haube.

Das 7. Gebot: Für den Top-Steak-Geschmack brauchen Sie kein Bier!

Dass Steaks nur auf dem Holzkohlegrill schmecken, und zwar am besten, wenn man sie mit einem Schuss Bier ablöscht, ist ein Grillmythos. Erstens müssen Sie beim Gasgrill keine Glut löschen. Sie können die Temperatur einfach runterregeln. Wer kein Fett in die Flammen tropfen lässt, muss auch nichts löschen. Generell wirbelt das Bier eher Asche aufs Steak und es bildet sich Qualm, der krebserregende Stoffe enthält. Das Bieraroma kann man übrigens auch mit speziellen Räucherchips erzeugen.

Aber Sie bekommen auch ohne Bier ein schmackhaftes Steak hin. Einfach mit Pfeffer und Salz. Salzen können Sie übrigens ruhig vor dem Grillen – oder nach dem Anschneiden. Nur besser nicht während das Fleisch auf dem Rost liegt. Salz und Säure machen das Fleisch zart. Pfeffer oder Paprika können sie ruhig kurz vor dem Grillende zugeben, damit sie bei starker direkter Hitze nicht verbrennen. Oder sie arbeiten mit Trockenmarinaden oder Rubs, die Sie auf die feuchte Oberfläche des Grillguts aufbringen. Am besten dann bei mittleren bis niedrigen Temperaturen grillen.

Das 8. Gebot: Den Grill nicht zu voll packen

Aneinanderstoßen sollte das Grillgut sowieso nicht, schließlich wird es sonst an den Rändern nicht gar. Es macht keinen Spaß, beim Grillen Tetris zu spielen oder zu puzzeln, nur um ein Stück Fleisch zu wenden. Wenn's zu voll ist, kann sich die Hitze im Deckel nicht mehr optimal verteilen. Das geht zu Lasten der Bräunung. Lieber zwei Fuhren machen, die dann jeweils schneller und entspannter gar sind. Generell sollten Sie das Grillgut nicht zu häufig wenden. Im Idealfall liegt jede Seite nur einmal auf – das gibt auch ein schöneres Branding.

Nutzen Sie die Vorteile eines Gasgrills mit mehreren unabhängigen Brennern und schaffen Sie verschiedene Grillzonen. So können Sie auf der einen Seite direkte Hitze aufs Grillgut geben und auf der anderen indirekt garen.

Das 9. Gebot: Nutzen Sie ein Fleischthermometer

Viele Menschen sind sicher, dass Sie dem Fleisch ansehen, ob es gar ist. Klappt oft, aber eben nicht immer. Die Devise sollte sein: Nicht raten, sondern messen! Mit einem Temperaturfühler* geht man auf Nummer sicher und kann den Gargrad des Fleisches feststellen. So erlebt man beim Aufschneiden keine böse Überraschung, weil man sein Steak

  • rare (41 bis 52˚C) oder
  • medium rare (53 bis 56˚C) wollte und stattdessen
  • medium (57 bis 59˚C)
  • oder well done (60 bis 63˚C) bekommt.

Hilft gerade bei neuen Rezepten!

Noch ein Buch-Tipp

Die meisten Gebote gelten fürs Grillen generell

Wie Sie sehen, passen die meisten Gebote bis auf die ersten beiden eigentlich auch für einen Holzkohle- oder Elektrogrill (hier finden Sie unsere Kaufberatung). Nur die Garzeiten sind anders. Benutzt man Rezepte speziell für den Gasgrill, sind die Garzeit und die Temperaturangaben sehr konkret, da man die Hitze beim Gasgrill sehr genau regulieren kann.

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