Taschentücher, Haare & Co.

9 Dinge, die Sie nie in der Toilette entsorgen sollten!

Die Toilette ersetzt keinen Mülleimer!
Die Toilette ersetzt keinen Mülleimer!
© Manuel_Faba- R.L (Manuel_Faba- R.L (Photographer) - [None], Manuel_Faba

06. Oktober 2021 - 6:41 Uhr

Es schadet der Umwelt und letztendlich auch einem selbst

Eigentlich wissen wir, dass Tampons oder Feuchttücher nicht ins Klo gehören, doch dann ist da manchmal kein Mülleimer. Getreu dem Motto "Aus den Augen, aus dem Sinn" spült fast jeder mal etwas ab, was dort eigentlich gar nicht hingehört. Es schadet der Kanalisation, der Umwelt und letztendlich auch einem selbst. Wir erklären, warum das so ist und was nicht in Klo oder Abfluss gehört. Hätten Sie gedacht, dass Taschentücher ein Problem für die Toilettenspülung sind?

1. Haare und Fingernägel

Wohin mit den Haare aus Bürste oder Kamm? Bei vielen lautet die Devise: ab in die Toilette damit! Böser Fall: Wenn man längere Haare oder gar ganze Haarbüschel herunterspült, können sie sich im Rohr verfangen und mit der Zeit den Abfluss verstopfen. Also stattdessen: Längere Haare im Mülleimer entsorgen, kurze entweder mit einem Sieb im Waschbecken auffangen oder mit einem Küchentuch aufsammeln. Das gilt übrigens auch fürs Rasieren über Waschbecken, Duschtasse oder Badewanne. Auch Finger- und Fußnägel lassen sich nicht gut herunterspülen bzw. abbauen und sind damit ein Fall für den Mülleimer.

2. Zahnseide und Q-Tipps

Gefahren für Seepferdchen: Plastiktüten, Wattestäbchen & Co
Gefahren für Seepferdchen: Plastiktüten, Wattestäbchen & Co
© iStockphoto

Q-Tipps mit Plastikstäbchen dürfen zum Glück nicht mehr verkauft werden, aber der eine oder andere hatte vielleicht noch welche im Keller. Klar, dass die nicht ins Klo gehören. Sie sinken im WC zu Boden und können nicht gut abtransportiert werden – ein verstopftes Rohr droht. In Gewässern stellen solche Plastikteilchen eine große Gefahr für Tiere dar. Das Gleiche passiert aber leider auch mit ihren Nachfolgern aus Bambus oder Pappe. Also: Wattestäbchen immer in den Müll werfen!

Aber Zahnseide? Oh ja, die auch. Denn anders als der Name vermuten lässt, sind sie keineswegs aus einem Naturmaterial wie Seide gefertigt. Der Faden besteht aus Kunststofffasern wie Nylon, in der Regel mit einer Teflonbeschichtung. Das ist leider gar nicht abbaubar und auch nach zehn Jahren mit Wasserkontakt noch genauso formstabil und reißfest wie am ersten Tag. Dazu können sich die langen Fäden im Rohr um andere Gegenstände wickeln oder festsetzen und Knäuel bilden, die das Rohr zusetzen. Also gehört auch die Zahnseide in den Restmüll.

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3. Zahnpasta oder Peelings mit Mikroplastik

Bei der Verwendung von Produkten wie Zahnpasta, Duschgel oder Peelings gelangen oft winzige Plastikteilchen durch den Abfluss ins Abwasser. Da Kläranlagen das Mikroplastik nicht komplett filtern können, gelangt es in Flüsse und Seen. Durch die Lebensmittekette und das Grundwasser gelangt der Kunststoff in unsere Nahrung und unser Trinkwasser. Um das zu vermeiden, gilt: Produkte ohne Mikroplastik verwenden!

Wie gefährlich der Stoff ist und wo er überall drin ist, zeigen wir im Video.

4. Hygienartikel wie Tampons und Binden

Tampons, Slipeinlagen, Binden, Kondome – diese Dinge langen oft in der Toilette und sorgen für Rohrverstopfungen und Pumpenausfälle. Und zwar vermutlich gar nicht immer, weil Menschen nicht wissen, dass diese Hygieneartikel nicht in die Toilette gehören, sondern oft aus Scham.

Was tun, wenn man bei Freunden, im Restaurant oder Hotel oder auf der Arbeit im WC keinen Mülleimer vorfindet? Niemand spaziert gern mit einem Tampon in der Hand aus der Toilette heraus. Ins Klo werfen ist aber auch keine Lösung. Der Abfall lässt sich in etwas Klopapier oder ein altes Stück Papier aus der eigenen Tasche gewickelt unauffällig rausschmuggeln – in den Vorraum mit den Waschbecken oder in die Küche des Gastgebers. Eine leere Klopapierrolle eignet sich auch bestens zum Transport von allen Kleinigkeiten, die man nicht vor den Augen anderer weit zum nächsten Mülleimer tragen möchte. Alles immer noch besser, als Dinge ins Klo zu werfen, die dort der Umwelt und damit uns allen schaden. Und ein kleiner Hinweis an den Gastgeber macht vielleicht, dass er mit dem Aufstellen eines Kosmetikeimers dazu beiträgt, solche Umweltsünden zu verhindern.

5. Problem: Taschentücher, Feuchttücher und Küchenpapier

Selbst Taschentücher und Küchenpapier dürfen nicht ins Klo geworfen werden. Laut Umweltbundesamt werden sie mit sogenannten Nassfestmitteln hergestellt, die im Wasser nur schwer abbaubar sind. Dazu bestehen sie aus festerem Material, das sich nicht wie Toilettenpapier bei der Berührung mit Wasser schnell auflöst, sondern zum Teil sogar eine Tour in der Waschmaschine übersteht. Problematisch sind dabei nicht nur die Kosten für die Reparatur, die Pumpversuche verbrauchen auch jede Menge Energie. Und die Lösung ist ganz einfach: ab in den Mülleimer!

Übrigens: Feuchtes Toilettenpapier heißt zwar so ähnlich wie herkömmliches Klopapier, ist aber vom Material her wie Aschmink- oder Babyfeuchttücher zusammengesetzt. Daher hat es im WC nichts zu suchen!

6. Essensreste - auch flüssige Lebensmittel wie Suppen

Wohin mit dem Rest Suppe, der nicht mehr gut ist? Viele nutzen die Toilette, weil ihnen der Abfluss breiter scheint als der im Waschbecken. So praktisch, wenn auch noch Würstchen oder Stücke in der Suppe schwimmen. Stopp! Essen gehört grundsätzlich nicht ins WC. Erstens wollen wir ja keine Ratten anlocken. Vor allem aber können sich die Fette aus den Nahrungsmitteln im Rohr festsetzen und auf die Dauer Engstellen bilden. Wenn dann noch ein Tampon oder ein Feuchttuch mit Zahnseide vorbeikommt…

Essensreste gehören in den Bio- oder den Restmüll und sollten nie über das Wasser entsorgt werden, rät das Umweltbundesamt. Suppen- bzw. Ei-Reste oder Ähnliches am besten zusammen mit Materialien entsorgen, die Wasser aufnehmen können – zum Beispiel mit gebrauchter Küchenrolle oder einer Windel.

Noch besser ist es, sich einen No-Waste-Küchenplan zu machen und alle Reste geschickt zu verwerten.

7. Medikamente

Einige Menschen spülen nicht mehr benötigte Arzneimittel im Klo runter, weil sie Angst haben, dass ihre Kinder sich die bunten Pillen oder Säfte aus dem Müll holen. Auch wenn sich die Tabletten in der Toilette auflösen, gelangen die Wirkstoffe von Schmerzmitteln oder Antibiotika ins Abwasser und können so zur Belastung für die Umwelt werden. "Das in der Kläranlage gereinigte Wasser kann noch Medikamentenreste enthalten, die mit dem Kläranlagenablauf in die Gewässer gelangen", warnt das Umweltbundesamt. Schlecht für die Natur, insbesondere für die Tierwelt. So verzeichneten Experten unterhalb von Kläranlagenabläufen eine Verweiblichung männlicher Fische. Der Grund: Sie waren mit hormonell wirksamen Arzneistoffen in Kontakt gekommen.

Wohin also mit alten Medikamenten? Im Prinzip kann man sie über den Hausmüll entsorgen. Besser ist es jedoch, sie zu Apotheken und Schadstoffsammelstellen zu bringen. Diese sorgen dafür, dass Medikamente verbrannt und somit vollständig zerstört werden. Und sie sind in dem Moment aus dem Haus und außer Reichweite von Kindern.

8. Auch Nagellack & Co sind Chemikalien

Nicht nur Nagellack, Nagellackentferner, Farben, Lacke oder Schädlingsbekämpfungsmittel enthalten Giftstoffe, die nicht ins Grundwasser gelangen sollten. Auch konventionelle Putzmittel sind schädlich und sollten deshalb nicht in den Abfluss oder in die Toilette gekippt werden. Greifen Sie daher am besten gleich zu Bio-Produkten mit einem Umweltsiegel, die aus natürlichen Stoffen hergestellt sind. Eingetrocknete Farb- und Lackreste können im Hausmüll entsorgt werden, flüssige Farb- und Lackreste hingegen gehören in den Sondermüll. In der Regel können Sie diese Stoffe auf ihrem örtlichen Wertstoffhof oder im Schadstoffmobil abgeben.

9. Katzen- oder Kleintierstreu

Der Gedanke, die Ausscheidungen von Haustieren wie unser eigenes über die Toilette zu entsorgen, ist verständlich. Sobald Katzen- oder Kleintierstreu im Spiel ist, geht das auf gar keinen Fall. Denn die Einstreu-Mittel verklumpen, wenn sie mit Flüssigkeit in Berührung kommen. Auch kleine Mengen können aufquellen und Rohre verstopfen. (jos/mzi)