85-Jährige zerschneidet Geldscheine im Wert von fast einer Million Euro und verstirbt danach

11. November 2015 - 11:53 Uhr

War ein Streit mit den Erben der Grund?

Eine 85-Jährige hat Geldscheine im Wert von 950.000 Euro fein säuberlich zerschnitten - kurz darauf starb sie. In ihrem Seniorenheim in Österreich fanden Pfleger den stattlichen Geldhaufen, bestehend aus 100- und 500-Euro-Scheinen. Ob sie ihre Erben ärgern wollte?

Der mysteriöse Fund beschäftigt derzeit die Kriminalpolizei. Befragen können die Ermittler die Frau nicht mehr. Wie der 'Kurier' berichtet, verstab sie völlig überraschend, nur fünf Tage nachdem sie in das Altenheim eingezogen war. Offenbar war die Dame gut betucht. Außer dem Bargeld entdeckten die Beamten noch Sparbücher, auf denen sich ein Guthaben im sechsstelligen Bereich befand.

Die Polizei ermittelte zunächst, ob der Tod der 85-Jährigen mit dem Geld in Zusammenhang steht. Hinweise auf ein Verbrechen liegen laut dem Sender 'ORF' aber nicht vor.

"In einem heiklen Fall muss man situationsbedingt entscheiden"

Rentnerin zerschneidet Geldscheine im Wert von einer Million Euro
Die Pfleger fanden im Seniorenheim der Frau einen solchen Haufen zerstörter 100- und 500-Euro Scheine. (Symbolbild)
© dpa, Polizeipräsidium Südhessen

Doch warum zerstörte die Rentnerin das Geld? Die wahrscheinlichste Theorie ist laut Polizei ein möglicher Streit mit den Erben. "Wenn der Plan der Frau war, dass niemand ihrer Erben das Geld bekommen sollte, dann ist dieser Plan fehlgeschlagen", sagte ein Ermittler dem 'Kurier'.

Zwar ist die Österreichische Nationalbank nicht zu einem Umtausch verpflichtet, wenn Geldscheine mutwillig beschädigt werden, etwa durch Zerschneiden, Anzünden oder Übermalen. Kulant zeigen kann sich das Geldhaus dennoch.

Wie der 'Kurier' berichtet, zieht die Bank in Betracht, dass sich die Frau in einer "psychischen Ausnahmesituation" befunden haben könnte. "Wenn wir dann das Geld nicht auszahlen, würden wir ja die falschen Leute bestrafen (...) in einem heiklen Fall wie diesem muss man situationsbedingt entscheiden", sagte ein Sprecher der Nationalbank.

Das Vermögen wurde nach Medienberichten inzwischen einem Notar übergeben, der klären muss, wie das Erbe aufgeteilt wird. Fälle wie diese kommen äußerst selten vor. Deutlich häufiger passiert es, dass Geldscheine versehentlich beschädigt werden.