800 Meter bei 43 Grad: Schwangere Leichtathletin sprintet bei US-Trials

25. Juni 2017 - 16:00 Uhr

Im fünften Monat

Mit Babybauch durchs Ziel - und das bei 43 Grad Celsius: 800-m-Läuferin Alysia Montano hat bei den Trials der US-Leichtathleten einen aufsehenerregenden Auftritt hingelegt.

Montano setzt ein Zeichen

Die 31 Jahre alte Olympiafünfte von 2012 trat zu den WM-Ausscheidungsrennen an, obwohl sie im fünften Monat schwanger ist. Zwar landete sie in einer Zeit von 2:21,40 Minuten abgeschlagen auf dem letzten Platz, sie setzte jedoch ein Zeichen.

"Ich fühle mich großartig", sagte Montano stolz: "Ich habe richtig viel Wasser und Elektrolyte zu mir genommen. Es gibt Frauen, die leben in noch deutlich heißeren Teilen der Welt und können darauf nicht zurückgreifen."

"Ich habe von vielen Leuten gehört, die ich inspiriert habe"

Für die Amerikanerin war es nicht der erste Lauf in "anderen Umständen". 2014 trat Montano ebenfalls schwanger bei den Trials an - damals war sie bereits im achten Monat!

"Ich habe von vielen Leuten gehört, die ich inspiriert habe",  sagte Montano, die wegen anhängender Verfahren noch auf Olympia-Bronze von London hofft: "Ich repräsentiere Frauen, ich repräsentiere schwarze Frauen, ich repräsentiere schwangere Frauen. Das ist fantastisch."

Schadet Sport in der Schwangerschaft nicht dem Kind?

Allgemein gilt: Sofern keine Risikoschwangerschaft vorliegt, ist Sport für die werdende Mutter und das ungeborene Kind ungefährlich. "Aus gesundheitlicher Sicht sollten Schwangere eine Bewegungszeit von 150 Minuten pro Woche einhalten, besser sind eigentlich sogar 210 Minuten", sagt Professor Dr. Christine Graf, die Leiterin der Abteilung Bewegungs- und Gesundheitsförderung der Deutschen Sporthochschule. Die Intensität der Aktivität sollte allerdings immer moderat sein - Sprinten ist für Untrainierte nicht zu empfehlen, bei Profi-Sportlerinnen wie Alysia Montano sieht die Sache anders aus. Sie sind hohe Intensitäten gewohnt, daher ist das Risiko von Komplikationen gering. Schwangere Freizeitläuferinnen sollten sich beim Joggen an das Motto "Laufen ohne zu schnaufen" halten.

Schwangere müssen sich bei der jeweiligen Bewegungsart wohlfühlen. "Wer vor der Schwangerschaft nie Joggen war, sollte hiermit auch nicht in der Schwangerschaft beginnen. Walken wäre die bessere und schonendere Alternative zum Einstieg", rät die Expertin Dr. Graf. Als besonders geeignete Sportarten während der Schwangerschaft gelten: Walking, Nordic Walking, Schwimmen, 'low-impact' Aerobic, Fahrradergometerfahren und Yoga.