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70 verschiedene Bezeichnungen: Zucker-Versteckspiel auf der Packung

70 verschiedene Bezeichnungen: Zucker-Versteckspiel auf der Packung

Zucker
Neben Zucker fanden Forscher 70 weitere Bezeichnungen für süßende Zutaten.
dpa, Frank Rumpenhorst

Irreführende Angaben

Süßmolkepulver ist gesünder als Zucker, denken Sie? Falsch. Zwar suggerieren die Packungsangaben vieler Lebensmittel gesündere Inhaltsstoffe, doch sie tun nichts anderes, als den Zuckergehalt zu verschleiern. Verbraucherschützer dringen daher auf verständliche und eindeutige Informationen.

Bei einer Untersuchung von 276 Produkten seien neben Zucker 70 weitere Bezeichnungen für süßende Zutaten gefunden worden, teilte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mit. Durch Stoffe mit hohem Zuckergehalt wie Glukosesirup und Süßmolkepulver werde Kunden auf den ersten Blick ein geringerer Zuckergehalt suggeriert. Vzbv-Chef Gerd Billen forderte, "Schluss mit dem Versteckspiel in der Zutatenliste" zu machen. Dafür müssten auch die Zucker-Definitionen in Vorschriften vereinheitlicht werden.

Tabellen erst ab 2016 gesetzlich vorgeschrieben

"Wenn Zucker oder Süßmacher enthalten sind, muss das klar und verständlich auf der Verpackung stehen", so Billen. Zudem sei es nötig, bei der Lebensmittelüberwachung Produkte stärker auf mögliche Irreführung bei Nährwertangaben zu prüfen. Entsprechende Tabellen seien erst ab 2016 gesetzlich vorgeschrieben.

In der Untersuchung enthielt eine gefüllte Waffel mit Cerealien und Schokoladen-Überzug elf Zutaten, die zum Zuckergehalt beitragen, wie der vzbv erläuterte. Dazu gehörten etwa auch Maltodextrin, Milchzucker oder Vollmilchpulver. Daraus resultierte ein Gehalt von 45,4 Gramm Zucker pro 100 Gramm. In der Zutatenliste, die nach Menge sortiert ist, wurde Zucker als eigene Zutat aber erst im hinteren Mittelfeld aufgeführt.

Für einen schnellen Überblick fordert der vzbv, den Gehalt an Zucker, Fett und Salz mit Symbolen in rot, gelb und grün auf der Packung anzugeben. Für eine solche Ampel-Kennzeichnung bei bestimmten Fertigprodukten macht sich auch die SPD stark, wie die im Wahlkampfteam für Verbraucher zuständige Ex-Bundesjustizministerin Brigitte Zypries gesagt hatte.