609 bestätigte Coronavirus-Fälle in Schleswig-Holstein

25. März 2020 - 15:40 Uhr

Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus ist in Schleswig-Holstein auf 609 Fälle gestiegen. Berücksichtigt sind dabei die bis einschließlich Dienstag gemeldeten Fälle, wie die Landesregierung am Mittwoch in Kiel mitteilte. Damit waren im nördlichsten Bundesland 65 Menschen mehr mit Covid-19 infiziert als einen Tag zuvor. Die Zunahme betrug knapp 12 Prozent.

Im Norden befinden sich mittlerweile 61 Patienten in klinischer Behandlung. Am Dienstag waren es laut Landesregierung noch 50 Patienten gewesen. Die Landesregierung nannte bisher vier Todesfälle im Zusammenhang mit der Viruserkrankung. Dazu zählt auch ein in Ägypten gestorbener Tourist, der aus Schleswig-Holstein stammte.

Die von der Landesregierung angekündigte Soforthilfe wegen der Corona-Auswirkungen auf die Wirtschaft kommt nach Ansicht der SPD zu langsam in Gang. "Von der Investitionsbank des Landes Schleswig-Holsteins erwarten wir, dass Anträge für das Soforthilfeprogramm und den Mittelstandssicherungsfonds noch in dieser Woche ermöglicht werden", sagte SPD-Landtagsfraktionschef Ralf Stegner. Am Mittwochmorgen sei auf der Webseite nur die Bitte um wenige Tage Geduld zu finden gewesen.

Seit dem einstimmigen Landtagsbeschluss für ein Nothilfeprogramm in Höhe von 500 Millionen Euro sei eine Woche vergangen, betonte Stegner. "Für eine "Sofort"-Hilfe ist das ein unzureichendes Tempo." Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) müsse dafür sorgen, dass die Antragstellung unverzüglich starten könne. "Wichtig ist auch, dass bei der Abstimmung der verschieden Programme von Bund und Land alle die Hilfe bekommen, die sie brauchen und niemand auf der Strecke bleibt", forderte Stegner.

Zum Vorschlag von Bildungsministerin Karin Prien (CDU), wegen der Corona-Epidemie in diesem Schuljahr auf Schulabschlussprüfungen zu verzichten sagte Stegner, er sei gegen einen Alleingang Schleswig-Holsteins. "Wir sind nicht grundsätzlich gegen ein "Anerkennungsabitur", halten jedoch eine bundeseinheitliche Lösung für unbedingt geboten."

Am Nachmittag wollte das Kabinett in Kiel über Priens Vorschlag beraten. Zuvor war noch eine Video-Konferenz der Kultusminister aller 16 Bundesländer angesetzt. Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz und rheinland-pfälzische Bildungsministerin, Stefanie Hubig (SPD), will am Nachmittag (1530 Uhr) über die Ergebnisse informieren.

Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner hat seine Amtskollegen dazu aufgerufen, weiter gemeinsame Lösungen für die Abiturprüfungen in der Corona-Krise zu finden. Ohne ein abgestimmtes Verfahren drohe eine Ungleichbehandlung von Abiturienten verschiedener Länder, heißt es in einem Schreiben des CDU-Politikers an die Kultusministerkonferenz, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Pläne Priens nannte Tullner irritierend.

In Hessen und Rheinland-Pfalz laufen die Abiprüfungen bereits. Andere Länder, darunter auch Sachsen-Anhalt, haben sich entschieden, die Termine für die schriftlichen Klausuren nach hinten zu verlegen.

Die Kultusminister bemühen sich seit Jahren, ihre Abiturstandards anzugleichen, um die Abschlüsse vergleichbarer zu machen. Das reicht bis zu gemeinsamen Aufgabenpools. Aufgrund der vielen Beschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus ist unklar, inwiefern das auch beim diesjährigen Abschlussjahrgang gelingt.

Quelle: DPA