6.000 Euro Miete für ein Zwei-Zimmer-Loch in Berlin – gieriger Vermieter bereichert sich auf Steuerzahlers Kosten

17. Juli 2018 - 10:19 Uhr

Mutter mit sieben Kindern lebt in zwei Zimmern

Es ist Mietwucher der übelsten Art und wird auch noch vom Staat finanziert: 6.000 Euro zahlt das Berliner Sozialamt einem skrupellosen Vermieter für eine schäbige Zwei-Zimmer-Unterkunft, die man nicht als Wohnung bezeichnen möchte. Weil der Bewohnerin, Vildana Kamberovic, und ihren sieben Kindern die Obdachlosigkeit droht, ist das Ganze auch noch rechtens.

Anbieter nutzen Wohnungsnot aus

Der Grund, warum der Steuerzahler für diesen Wahnsinn aufkommt: Das Sozialamt zahlt bei drohender Obdachlosigkeit keine gedeckelten Monatsmieten, sondern Tagessätze. 25 Euro pro Tag und pro Kopf – pro Monat im Schnitt also 6.000 Euro für die acht Menschen.

Die Bruchbude ist völlig heruntergekommen und viel zu klein für die Familie. Dass dieses Loch den Gegenwert einer Luxuswohnung kostet, empört viele Menschen, wie unsere Umfrage ergab. Mehr dazu im Video.

Berliner Abzock-Vermieter leider kein Einzelfall

Bruchbude Berlin, Mietwucher
6.000 Euro zieht der Vermieter dieser Bruchbude in Berlin dem Steuerzahler jeden Monat aus der Tasche.
© RTL, RTLi, unbekannt

Der Berliner Sozialstadtrat Jochen Biedermann würde solchen Vermietern gern das Handwerk legen. Das ist aber nicht so einfach – wegen der großen Wohnungsnot ist die Stadt gezwungen, auf gewerbliche Anbieter auszuweichen. Und dort gibt es "viele Akteure, die sich am Elend der Leute eine goldene Nase verdienen", sagt er der "Bild"-Zeitung zufolge.

Leider ist das schäbige Verhalten des Vermieters von Vildana Kamberovic kein Einzelfall. Vor wenigen Monaten empörte eine Kölner CDU-Politikerin die Öffentlichkeit, die in ihrem Hotel bis zu sechs Flüchtlinge in einem Zimmer unterbrachte. Dafür bat sie völlig legal den Steuerzahler mit monatlich 32.000 Euro zur Kasse.