52 Drogentote in Schleswig-Holstein: Jahrzehnt-Höchststand

Ein Blaulicht auf dem Dach eines Polizeifahrzeugs. Foto: Friso Gentsch/dpa/Archivbild
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18. Februar 2020 - 8:10 Uhr

Die Zahl der Drogentoten in Schleswig-Holstein ist 2019 mit 52 die höchste des vergangenen Jahrzehnts gewesen. Das teilte das Landeskriminalamt der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit. Im Dezember war die Zahl der Drogentoten in einer vorläufigen Mitteilung noch mit 50 angegeben worden, also zwei Tote weniger. Inzwischen liegt die Statistik für 2019 komplett vor. 2018 waren im nördlichsten Bundesland 51 Menschen durch Drogen gestorben. Im Jahr 2017 waren es nur 36 gewesen. 2016 hatte es 46 Drogentote gegeben, ein Jahr zuvor 42.

Zu den spektakulären Fällen, in denen die Polizei derzeit ermittelt, gehören vier Drogenopfer aus Schleswig und Umgebung. Die vier Männer, die sich kannten und gemeinsam Drogen konsumierten, waren binnen eines Jahres zwischen Januar 2019 und Januar 2020 an dem synthetischen Opioid Fentanyl gestorben, das 50 mal stärker wirkt als Heroin. Nach Einschätzung der Leiterin der Beratungsstelle Drogenhilfe Kiel-Ost, Birthe Kruska, ist Fentanyl "ein zunehmendes Problem" in der Drogenszene. "Der Konsum hat zugenommen", sagte Kruska. Bundesweit ist die Zahl der Fentanyl-Toten aber 2018 rückläufig gewesen. Die Zahlen für 2019 liegen noch nicht vor.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig (CSU), sagte, die Fentanyl-Todesfälle seien in den vergangenen Jahren zwar rückläufig gewesen. "Aufgrund der hohen Wirkstärke ist Fentanyl jedoch einer der riskantesten Stoffe." Daher könne sie nur vor dem Missbrauch warnen, sagte Ludwig.

Quelle: DPA