50. Todestag von Konrad Adenauer - er legte mit Charles de Gaulle den Grundstein zur deutsch-französischen Freundschaft

Das Cover des Magazins TIME, welches Adenauer zeigt, ist am 18.04.2017 im Museum am Konrad-Adenauer-Haus in Rhöndorf (Nordrhein-Westfalen) zu sehen. Die neugestaltete Adenauer-Ausstellung an seinem ehemaligen Wohnhaus, die ein Jahr lang für rund 2,3
Das Cover des Magazins TIME im Konrad-Adenauer-Haus in Rhöndorf.
ve wie, dpa, Rolf Vennenbernd

Aktueller Bezug

Vor 50 Jahren starb Konrad Adenauer, der Mann, der als Kanzler die junge Bundesrepublik prägte wie kaum ein anderer. Und, das macht die Sache vor dem Hintergrund der Wahlen in Frankreich zu einem Ereignis mit aktuellem Bezug, der durch seine wegweisende Zusammenarbeit mit Charles de Gaulle den Grundstein für die deutsch-französische Freundschaft und damit ein friedliches Europa legte.

Museum in Rhöndorf zum Todestag entstaubt

ARCHIV - Der französische Staatspräsident Charles de Gaulle (r) sitzt am 3. Juni 1962 während der Begrüßungszeremonie im Rathaus von Köln neben Bundeskanzler Konrad Adenauer (l). Foto: Egon Steiner (zu dpa-Serie Sechs Jahrzehnte vom 24.02.) nur s/w
Der französische Staatspräsident Charles de Gaulle (r) sitzt am 3. Juni 1962 während der Begrüßungszeremonie im Rathaus von Köln neben Bundeskanzler Konrad Adenauer.
picture-alliance/ dpa, Egon Steiner

Zum Todestag des ersten Bundeskanzlers wird das ihm gewidmete Museum an seinem alten Wohnhaus in Rhöndorf aufgehübscht, es soll die Welt des "Alten", wie er schon zu Lebzeiten genannt wurde, in Zukunft auch Jüngeren erklären. Adenauer starb am 19. April 1967. Passend dazu hat das Adenauer-Museum an seinem alten Wohnhaus im Ortsteil Rhöndorf von Bad Honnef seine Dauerausstellung nun komplett überarbeitet.

Zuvor hatte sie sich gut 20 Jahre lang kaum verändert. Oben thront weiterhin das alte Adenauer-Wohnhaus, unten wurde die zugehörige Museumsfläche umgebaut, modernisiert und von 230 auf gut 300 Quadratmeter vergrößert. Kostenpunkt: rund 2,3 Millionen Euro. Rund 450 Exponate sind zu sehen - darunter auch ein imposanter Feder-Schmuck, mit dem der Altkanzler 1956 bei einem USA-Besuch zum Ehrenhäuptling ernannt wurde.

Beim Boccia wollte er immer gewinnen

ARCHIV - Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer konzentriert beim Boccia-Spiel an seinem Urlaubsort Cadenabbia in Italien, aufgenommen im Mai 1960.  (zu dpa:"Schlitzohriger Revolutionär - Vor 50 Jahren starb Adenauer" vom 12.04.2017) Foto: UPI/A0001_UPI/d
Adenauer konzentriert beim Boccia-Spiel an seinem Urlaubsort Cadenabbia in Italien, aufgenommen im Mai 1960.
sv kno, dpa, UPI

Die Ausstellung soll ausdrücklich auch jüngere Generationen ansprechen. Es wird weniger vorausgesetzt, mehr erklärt. "Viele Besucher haben heute zum Beispiel ein geringes Wissen über die Zeit, in der Adenauer aufgewachsen ist", erklärt Schmied, der die Ausstellung betreut hat. Daher wird zuerst das deutsche Kaiserreich erläutert, in dem Adenauer 1876 in Köln geboren wird.

Die Ausstellung folgt Adenauers Lebensweg. Im Raum über seine Zeit als Kölner Oberbürgermeister ist zu sehen, wo in seiner Heimatstadt heute noch Spuren von ihm zu finden sind - etwa sein Lieblingsprojekt, der Grüngürtel. Über seine Zeit als Verfolgter im Nationalsozialismus gelangt man in die Kanzler-Jahre und später zum Privatmann Adenauer, der beim Boccia unbedingt gewinnen will und sich als Garten-Fan inszeniert. Umstrittene Aspekte - etwa die Rolle von Kanzleramtschef Hans Globke, der vielen als Symbol misslungener Entnazifizierung gilt - werden ebenfalls aufgegriffen, wenn auch eher dezent.

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Platz eins auf der Liste der "unbelasteten Deutschen"

Die Ausstellung lebt vor allem von den vielen - und zum Teil recht skurrilen - Überbleibseln aus dem langen Leben des Kanzlers, der 91 Jahre alt wurde. Etwa von dem "elektrischen Insektentöter", den er erfindet, eine Bürste mit eingebauten Metalldrähten. Oder von einer handgeschriebene Menü-Karte, in der der Kanzler "Spargel mit Schinken" für schwierige Gespräche mit Frankreichs Außenminister offeriert.

Und es lässt sich auch erfahren, dass der Name Adenauer noch einige Jahre vor der Ernennung zum Ehren-Indianerhäuptling in den USA weniger bekannt war. Das beweist ein Blick in ein Verzeichnis mit "unbelasteten Deutschen", das die Amerikaner während des Krieges anlegen. Auf dem ersten Platz der alphabetischen Liste steht: "Adenhauer, Konrad: Bad Honef. Ehemaliger Bürgermeister von Honef (...) (Möglicherweise identisch mit Adenauer, Konrad, Oberbürgermeister von Köln 1919-1933)."

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Staatsbegräbnis live im Fernsehen

ARCHIV - Vom 24.04. bis 24.04.1967 wurde Altbundeskanzler Konrad Adenauer, der am 19.04.1967 in seiner Heimat Rhöndorf verstorben war, im Kölner Dom aufbgebahrt. Hohe Offiziere der Bundeswehr hielten die Totenwache. Adenauer war von 1949 bis 1963 der
Adenauer, aufgebahrt im Kölner Dom. Hohe Offiziere der Bundeswehr hielten die Totenwache.
lb dha tba, dpa, Otto Noecker

Adenauer starb am 19. April 1967 im Alter von 91 Jahren in seinem Haus in Rhöndorf. Er wurde am 25. April im Kölner Dom mit einem Pontifikalamt verabschiedet, im Plenarsaal des Deutschen Bundestags fand ein Staatsakt statt. Nach der Messe wurde der Sarg mit einem Marine-Boot in einem Schiffskonvoi auf dem Rhein nach Bad Honnef gebracht, wo Adenauer beigesetzt wurde. An seiner Beerdigung, einem Staatsbegräbnis, nahmen zahlreiche Staatsoberhäupter und hochrangige Würdenträger teil. Der WDR übertrug die bis heute größte Trauerfeier in der Geschichte der Bundesrepublik live.