Heikle Mission im Nahen Osten

50 Tiere aus Horror-Zoo in Gaza gerettet - RTL ist dabei

4. Dezember 2019 - 17:46 Uhr

RTL hat die Rettungsmission im Gazastreifen begleitet

Der marode Zoo von Rafah im Gazastreifen machte schon häufiger Schlagzeilen: Erst erfroren dort Löwen-Welpen, dann wurde eine Löwin verstümmelt. Die Tierschutz-Organisation "Vier Pfoten" hat die Tiere jetzt dort rausgeholt. Eine heikle Mission im Pulverfass Nahost - und die musste wegen der anhaltenden Unruhen auch mehrmals verschoben werden. RTL Nahost-Korrespondentin Raschel Blufarb war dabei. Die dramatischen Bilder der Rettungsaktion zeigen wir im Video.

Tierschützer kümmern sich um die Tiere im Zoo von Rafah

Das jahrelange Leiden der Tiere hat nun ein Ende. Der Besitzer des Zoos von Rafah und die Behörden haben nach zähen Verhandlungen endlich eingewilligt, die Tiere an "Vier Pfoten" zu übergeben. RTL-Reporterin Raschel Blufarb hat die Mission der Tierschützer begleitet: "Es stinkt hier wirklich unerträglich, es sind heute 30 Grad. Es fehlt das Geld für alles: Die Käfige werden nicht sauber gemacht und vor allen Dingen gibt es keine Nahrung und keine Medizin."

Jetzt war ein Team über mehrere Tage vor Ort, um die verwahrlosten Tiere zu untersuchen und in ihre Transportkäfige zu verladen. "Es ist keine leichte Aufgabe hier für die Crew von vier Pfoten. Hier wird die ganze Nacht gearbeitet. Die ersten Löwen sind betäubt worden, jetzt werden die Kisten noch beschriftet und um vier Uhr in der Früh geht's weiter", so Blufarb aus dem Zoo von Rafah.

Den Tieren steht jetzt ein langer Weg bevor: Sie werden mit Lastwagen rund 300 Kilometer von Gaza über Israel nach Jordanien gebracht.

"Der schlimmste Zoo der Welt"

Der mit 20 Jahren älteste Zoo im Gazastreifen an der Grenze zu Ägypten ist berüchtigt: 50 Tiere lebten hier auf viel zu engem Raum, darunter Löwen, eine Hyäne, Affen, Wölfe, Stachelschweine, Füchse, Hunde und Katzen. Der Besitzer hatte kein Geld für Futter oder Impfungen, viele Tiere starben schon bei Raketenangriffen und Kriegsgefechten.

"Die meisten Tiere sind traumatisiert. Besonders in den letzten Tagen, wo hier Granaten explodiert sind", sagt Amir Khalil, Tierarzt und Leiter der Mission.

Im Video: So mussten die Tiere im Zoo von Rafah leiden

In den Fokus der Öffentlichkeit geriet der Zoo Mitte Januar, als dort vier Löwenwelpen erfroren sind und nur wenige Wochen später einer jungen Löwin brutal die Krallen entfernt wurden, damit Zoobesucher mit ihr spielen können, ohne sich dabei zu verletzen. Die verstörenden Aufnahmen zeigen wir oben im Video.

Mit der Tierquälerei ist jetzt endgültig Schluss. Die Tierärzte und Wildtierexperten päppeln die Tiere im jordanischen im Wildtierschutzzentrum "Al Ma'wa for Nature and Wildlife" wieder auf.

mo