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50 Millionen Kilo Fleisch nicht deklariert: Neuer Pferdefleisch-Verdacht schockt Europas Verbraucher

50 Millionen Kilo Fleisch nicht deklariert: Neuer Pferdefleisch-Verdacht schockt Europas Verbraucher

Großer Teil längst verarbeitet und konsumiert

Schon wieder ein neuer Pferdefleisch-Verdacht – in einer riesigen Dimension: 50 Millionen Kilo nicht-deklariertes Fleisch sind aus den Niederlanden offenbar in mehrere europäische Länder verkauft worden, darunter auch Deutschland. Das Fleisch könne mit unkontrolliertem Pferdefleisch vermischt worden sein, warnte die niederländische Kontrollbehörde für Nahrungsmittel.

50 Millionen Kilo Fleisch nicht deklariert: Neuer Pferdefleisch-Verdacht schockt Europas Verbraucher
Schock für Verbraucher: 50 Millionen Tonnen undeklariertes Fleisch aus den Niederlanden sind europaweit verkauft worden.
dpa, Carsten Rehder

Wahrscheinlich sei ein Teil des verdächtigen Fleisches bereits konsumiert worden, sagte der Sprecher der Aufsichtsbehörde. "Aber viel wurde auch in Tiefkühlmahlzeiten verarbeitet, und Frikadellen oder Hamburger sind sehr lange haltbar."

Die Kontrollbehörde forderte 500 Betriebe, darunter auch deutsche, auf, die Ware bei ihren Kunden aufzuspüren und aus dem Handel zu nehmen. Die Herkunft des Fleisches sei unklar, erklärte die Behörde. Daher könne auch die Sicherheit nicht garantiert werden. Zurzeit gebe es aber keine Hinweise auf Gefahren für Menschen.

Verbleib der Ware in Deutschland noch unklar

Die deutschen Behörden sind alarmiert. Konkrete Hinweise darauf, ob und wo das Fleisch auch in Deutschland auf den Markt gekommen ist, gebe es noch nicht, sagte ein Sprecher des Verbraucherschutzministeriums.

Unter Betrugsverdacht steht ein Großhändler aus dem süd-niederländischen Oss. Seit über zwei Jahren soll er Fleisch verkauft haben, ohne die Herkunft zu registrieren. Er hatte bereits zuvor Pferdefleisch mit Rind vermengt und als reines Rindfleisch verkauft.

Die niederländische Regierung hat schockiert auf den neuen Skandal reagiert. "Wir werden alles tun, um die Betrüger zu verfolgen", sagte die Staatssekretärin für Landwirtschaft, Sharon Dijksma. Verbraucherverbände und die Lebensmittelbranche verlangten eine schnelle Aufklärung. Das Vertrauen der Verbraucher sei beschädigt, erklärte ein Sprecher der Lebensmittelindustrie.