So verbessern Sie die eigene Klimabilanz in der Küche

5 Tipps für klimafreundliches Kochen und Essen

Wie wir essen und kochen hat einen großen Einfluss darauf, wie unsere persönliche CO2-Bilanz ausfällt.
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07. Juli 2020 - 10:11 Uhr

Klimafreundlich kochen und essen - so geht's!

Das alte Sprichwort "Du bist, was du isst" lässt sich gerade auf die eigene CO2-Bilanz nur zu gut übertragen. Die Ernährung spielt eine wichtige Rolle dabei, wie viele klimaschädliche Treibhausgase wir im täglichen Leben verursachen und wie groß unser ökologischer Fußabdruck am Ende ist. Aber nicht nur was, sondern auch wie wir kochen, beeinflusst unsere persönliche Klimabilanz. Unsere Tipps helfen Ihnen, in Zukunft klimafreundlicher zu essen und zu kochen.

1. Weniger tierische Produkte essen

​Die größten Klimasünder auf dem Teller sind tierische Produkte wie Fleisch, Butter, Eier und Milchprodukte. Im Vergleich zu Obst und Gemüse sind sie in der Herstellung und Produktion viel energieaufwendiger und verursachen somit deutlich mehr CO2. Um an Ihrer persönlichen Klimabilanz zu arbeiten, sollten Sie also möglichst auf tierische Produkte verzichten oder deren Konsum zumindest reduzieren.

Greifen Sie zur Margarine statt zur Butter und probieren Sie doch mal Fleischersatzprodukte wie Tofu, Soja oder Seitan. Sojadrinks sind sicherlich die bekannteste Milch-Alternative, aber auch Drinks aus Dinkel oder Mandelmilch sind eine leckere Alternative. Das Angebot an Ersatzprodukten zu herkömmlichen tierischen Produkten ist in den letzten Jahren enorm gestiegen und sorgt für reichlich Abwechslung bei der Ernährung.

2. Regionale und saisonale Produkte kaufen

Gemüsesorten wie Radieschen, Möhren, Wirsing und Blumenkohl werden ab Juni geerntet.
Saisonale Produkte aus der Region müssen keine langen Transportwege zurücklegen.
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Achten Sie bei nachhaltigem Konsum auf die Herkunft der Produkte und die passende Jahreszeit. Erdbeeren, die uns im Winter im Supermarkt begegnen, mögen uns den Geschmack des Sommers in die kalte Jahreszeit zaubern, klimafreundlich ist deren Verzehr jedoch mitnichten - bei uns beginnt die Erdbeersaison frühestens im Mai. Diese Beeren haben also vermutlich einen langen Flugweg oder ein beheiztes Treibhaus hinter sich - beides nichts für eine positive Klimabilanz.

Am klimafreundlichsten sind also die Produkte, die in Ihrer Heimat gerade Saison haben und aus der Region kommen - und somit keinen weiten Transportweg zurücklegen müssen. Haben Sie beim nächsten Einkauf ein Auge darauf. Wenn Sie unsicher sind, welches Obst und Gemüse gerade Saison hat, hilft ein Blick in den Saisonkalender: Hier erfahren Sie, auf welche Leckereien Sie sich mit gutem Gewissen im Juni freuen können.

3. Auf frische Produkte statt tiefgekühlte Fertiggerichte setzen

​Greifen Sie beim Einkauf zu frischen Lebensmitteln statt zu Tiefkühlware. Frisches Gemüse beispielsweise belastet das Klima dreimal weniger als Gemüse, das aus der Tiefkühltruhe kommt. Ähnlich sieht es bei Fertiggerichten aus: Je umfangreicher Lebensmittel verarbeitet sind, desto emissionsreicher und damit klimaschädlicher war ihre Herstellung. Kaufen Sie statt Fertigprodukten deshalb möglichst unverarbeitete, rohe Produkte, die Sie zuhause frisch zubereiten.

4. Immer mit passendem Deckel kochen

Zwei Töpfe mit Deckel auf einem Ceran-Kochfeld
Jedes Töpfchen hat sein Deckelchen: So klappt es auch mit dem Energie sparen!
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Auch wie Sie Mahlzeiten kochen, beeinflusst Ihre Klimabilanz. Verwenden Sie beim Kochen immer einen genau auf den Topf passenden Deckel. So verhindern Sie nicht nur, dass sich die Essengerüche in der ganzen Küche verteilen, Sie sparen nebenbei auch Strom. Achten Sie darüber hinaus darauf, dass Sie beim Kochen eine zur Topf- oder Pfannengröße passende Herdplatte verwenden. Sie sollte nicht größer sein, da sonst Wärme verschwendet wird. Damit können Sie den Energieverbrauch beim Kochen um die Hälfte senken.

Nehmen Sie beim Kochen außerdem immer nur so viel Wasser wie nötig und geben Sie erst Salz dazu, wenn das Wasser kocht. Die stromsparendere Variante zum Erhitzen ist hier übrigens der Wasserkocher. So sparen Sie gegenüber einem Elektroherd nicht nur Zeit, sondern auch Energie. Besonders sparsam ist das Kochen mit einem Schnellkochtopf. Die verkürzte Garzeit spiegelt sich in einem geringeren Stromverbrauch von bis zu 50 Prozent wider.

Wenn Sie einen Gasherd besitzen, können Sie das Wasser auch direkt im Kochtopf erhitzen, da die Flamme die Hitze direkt an den Topf abgeben kann. Das ist ähnlich effektiv wie beim Wasserkocher. Der Gasherd liegt beim Thema Klimafreundlichkeit prinzipiell vor dem Elektroherd.

5. Hitze effektiv nutzen

​Beim Kochen und Backen gibt es noch einen weiteren Tipp zum Strom sparen: Nutzen Sie die Hitze möglichst effektiv. Die allerwenigsten Gerichte müssen tatsächlich in den vorgeheizten Backofen geschoben werden. Meist reicht es, den Ofen erst dann anzuschalten, wenn das Essen hineingeschoben wird. Dadurch sparen Sie den Strom, der während des Vorheizens durch die Leitungen fließt.

Achten Sie dabei darauf, dass Sie das Essen etwas länger als im Rezept beschrieben im Backofen lassen. Außerdem können Sie den Ofen auch schon einige Minuten bevor das Essen fertig ist ausschalten. Meist reicht die Restwärme aus, um das Gericht fertig zu garen oder zu backen. Dieser Tipp funktioniert auch bei Gerichten, die in Töpfen zubereitet werden. Strom sparen können Sie ganz einfach, indem Sie die Herdplatte einige Minuten, bevor das Essen fertig ist, bereits ausschalten.

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