5 Dollar je Wehen-Schrei: Zimbabwes Frauen als Opfer der Korruption

Werdende Mütter müssen fünf Dollar pro Geburtsschrei zahlen (Symbolbild).
© Reuters, STRINGER

18. Juli 2013 - 13:47 Uhr

Jeden Tag sterben acht Frauen

Wenn eine Frau in einem Krankenhaus in Zimbabwe ihr Kind zur Welt bringen will, muss sie eine Gebühr von 50 Dollar zahlen – bei einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von 150 Dollar. Nun hat die Organisation 'Transparency International' aufgedeckt, dass bei jedem Schrei in den Wehen zusätzlich fünf Dollar fällig werden: Als Strafe für einen "falschen Alarm".

Angeblich seien Frauen sogar so lange im Krankenhaus festgehalten worden, bis sie das Geld gezahlt haben. Manche flohen in ihrer Not mit Hilfe ihrer Familien. Andere Frauen seien nach ihrer Entlassung von Schuldeneintreibern verfolgt worden, so heißt es in dem Bericht weiter. Nach UN-Angaben sterben in Zimbabwe jeden Tag acht Frauen bei der Geburt.

Geschäft mit den Armen

'Transparency International' befürchtet nun, dass durch die zusätzlichen Gebühren noch weniger Frauen für die Geburt ihrer Kinder medizinische Hilfe in Anspruch nehmen. Das könnte die ohnehin bereits hohe Säuglingssterblichkeits- und Fehlgeburtenrate erhöhen.

Das Gesundheitssystem in Zimbabwe leidet schon lange unter der instabilen wirtschaftlichen Situation in dem afrikanischen Land, das für seine Korruption bekannt ist. Nach Angaben von 'Transparency International' hat das Gesundheitsministerium auf Anfrage aber Besserung versprochen.