48-Stunden-Woche statt Acht-Stunden-Tag: Handwerksverband fordert flexiblere Arbeitszeiten

03. April 2018 - 18:01 Uhr

Handwerksverband findet gesetzliche Arbeitszeiten nicht zeitgemäß

Acht Stunden Arbeit, fünf Tage pro Woche – was für viele Arbeitnehmer seit Jahren zur Gewohnheit geworden ist, würde der 'Zentralverband des deutschen Handwerks' gerne ändern. Die starren Arbeitszeiten sind längst nicht mehr zeitgemäß, findet der Präsident des Handwerksverbands Hans Peter Wollseifer. Er wünscht sich mehr Flexibilität.

Neue Bundesregierung soll das Thema schnell angehen

Die Digitalisierung wirke sich auch auf die Arbeitszeiten aus, sagte er der 'Rheinischen Post'. "Ein zu enges Arbeitszeitkorsett und zu starre und unflexible arbeitsrechtliche Vorschriften tun der Wirtschaft nicht gut", erklärte Wollseifer im Interview. Statt der festgelegten acht Stunden pro Tag sollte es aus seiner Sicht lieber eine festgelegte Wochenarbeitszeit geben. Seine Branche hoffe nun, dass der neue Bundesarbeitsminister Hubertus Heil das Thema zügig angehe.

Union und SPD wollen laut Koalitionsvertrag "Experimentierräume" für tarifgebundene Unternehmen schaffen, um eine Öffnung für mehr selbstbestimmte Arbeitszeit der Arbeitnehmer und mehr betriebliche Flexibilität zu erproben.

Wöchentliche statt tägliche Höchstarbeitszeit

Die FDP hatte erst vor kurzem in einem Antrag im Bundestag neue Möglichkeiten gefordert, vom Acht-Stunden-Werktag in Tarifverträgen abweichen zu können - indem eine "wöchentliche Höchstarbeitszeit von durchschnittlich 48 Stunden" festgelegt wird.

Die Forderung ist nicht neu. Auch die Wirtschaftsweisen hatten sich im November 2017 bereits für flexiblere Arbeitszeitmodelle ausgesprochen. Die gesetzlichen Regelungen zu Arbeits- und Ruhezeiten entsprächen nicht mehr den Anforderungen der modernen Welt.