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41-Jähriger zündet Ex-Frau an: Täter zeigt sich weitgehend geständig

Litt der Täter unter Wahnvorstellungen?

In Kronshagen bei Kiel hat ein 41-jähriger Mann seine Ex-Frau vor einem Krankenhaus angezündet. Lichterloh brennend lief sie über die Straße, bevor ihr Passanten helfen konnten. Das Opfer habe am ganzen Körper gebrannt, sagte ein Polizeisprecher. "Man konnte nicht mehr erkennen, ob es sich um eine Frau oder einen Mann handelt." Die Frau starb später in Krankenhaus an ihren schweren Verletzungen. Bei den Vernehmungen durch die Mordkommission zeigte sich der mutmaßliche Täter weitgehend geständig.

"Sie schrie und schrie und schrie"

Experten sichern am 07.12.2016 in Kronshagen bei Kiel (Schleswig-Holstein) Spuren eines Verbrechens. Nach ersten Erkenntnissen ist hier am Mittwochmorgen eine Frau angezündet worden. Der Täter soll festgenommen worden sein. (zu dpa "Frau vor Kronshag
Experten sichern in Kronshagen bei Kiel Spuren eines grausamen Verbrechens - hier ist eine Frau angezündet worden. © dpa, Carsten Rehder, reh gfh

„Der 41-Jährige hat sich zur Tathandlung selbst eingelassen“, so wird der Kieler Oberstaatsanwalt Axel Bieler von der 'Bild' zitiert. Konkreter möchte er zu diesem Zeitpunkt aber nicht werden. Noch ist das Motiv des 41-Jährigen unklar. Wie 'Bild' aber erfahren haben will, so litt der Togolese unter Wahnvorstellungen, wegen derer er bereits in einer Heilanstalt gewesen sein soll. Noch am Morgen der Tat soll er auf seinem Facebook-Profil geschrieben haben: "Gott ist allmächtig. Der Glaube rettet." Nur drei Stunden später zündete er seine Ex-Frau auf offener Straße an.

Die 38-Jährige war, nachdem der mutmaßliche Täter sie angezündet hatte, vor ihm davongelaufen. Sie überquerte noch die Straße und brach dann zusammen. Kurze Zeit später kamen erste Passanten und löschten die Frau. Das Opfer wurde durch die Gräueltat schwer verletzt und kam in eine Spezialklinik.

Zunächst hätten Passanten versucht, die brennende Frau mit Decken zu löschen. Erst mit einem Feuerlöscher sei es schließlich gelungen, die Flammen zu ersticken. "Das war eine gefühlte Ewigkeit, bis die Flammen aus waren", beschrieb eine Passantin das Geschehen. Als sie die Tat bemerkte, sei sie sofort in eine nahe Klinik gerannt, um Hilfe zu holen. "Von oben bis unten, sie stand völlig in Flammen! Und sie schrie und schrie und schrie!", erzählte eine Augenzeugin. 

"Meine Kinder, meine Kinder, was wird mit meinen Kindern?"

Aus dem Krankenhaus brachte jemand schließlich einen Feuerlöscher, mit dem die Flammen erstickt werden konnten. Als die Schwerverletzte schließlich in den Rettungswagen geschoben wurde, habe sie gerufen: "Meine Kinder, meine Kinder, was wird mit meinen Kindern?" Die Kinder des Paares wurden in Pflegefamilien untergebracht. 

Der mutmaßliche Täter versuchte, zu fliehen. Ein Zeuge verfolgte ihn und konnte den Mann festhalten, bis die Polizei eintraf. Der 41-Jährige Afrikaner, der seit 20 Jahren in Kiel wohnt, ist der Ex-Mann des Opfers. Das Paar lebte seit Jahren getrennt, sagte die Polizei. Das Motiv für die Tat ist noch unklar. Jetzt ermittelt eine Mordkommission. Die Staatsanwaltschaft hat Haftbefehl wegen Mordes beantragt. "Wir sehen in diesem Fall die Mordmerkmale Heimtücke und Grausamkeit als gegeben an", sagte Oberstaatsanwalt Axel Bieler zur Begründung.

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