3D-Drucker: US-Student entwickelt erste Pistole zum Ausdrucken

10. Februar 2016 - 22:30 Uhr

Anleitung soll schon bald im Internet stehen

3D-Drucker gelten auf der einen Seite als technische Revolution, die es für jeden möglich machen soll, eigene Kleidung, Möbel oder Instrumente zu entwerfen. Wissenschaftler haben es vor kurzem sogar geschafft, ein funktionsfähiges Ohr mittels der Technik-Errungenschaft zu konstruieren. Auf der anderen Seite hagelt es aber auch Kritik, dass 3D-Drucker es auch Kriminellen einfach machten, Bomben und andere Waffen herzustellen. Und genau das ist jetzt dem US-Studenten Cody Wilson gelungen: Er hat eine Handfeuerwaffe aus Plastik gebaut, deren Anleitung schon bald für alle frei im Internet verfügbar sein soll.

Ein Computer, eine Internetverbindung und ein 3D-Drucker – mehr brauchte es für den 25-jährigen Jura-Studenten aus Texas nicht, um seine ganz eigene Pistole zu entwickeln. Laut dem US-Magazin 'Forbes' hört sie auf den Namen 'Liberator' ('Befreier') und gehört zum Typ Sturmgewehr AR-15. Genau damit töteten beispielsweise die Attentäter von Newtown und Aurora ihre Opfer. Wilsons Absicht war aber nicht das Töten, sondern bloße Neugier. "Ich bin daran interessiert, zu sehen, was das wirkliche Potenzial eines 3-D-Druckers ist", sagte er 'Forbes'.

Die Pistole besteht aus 16 Kunststoffteilen und einem Nagel, der die Funktion des Schlagbolzens übernimmt. Zudem enthält der Prototyp des 'Liberator' kleine Teile aus Stahl. Diese sind wichtig für die offizielle Zulassung durch die Behörden, die nur erfolgen kann, wenn die Pistole auch von Metalldetektoren erkannt wird.

Wenn es soweit ist, soll laut 'Forbes' die Anleitung zum Bau der Waffe auf der Internetseite defdist.org für jeden frei abrufbar sein. Die Seite gehört der Non-Profit-Organisation Defense Distributed, die Wilson selbst gegründet hat. Stratays, die Herstellerfirma des 3D-Druckers, steht dem Waffenbau skeptischer gegenüber und verlangte die Rückgabe des Modells.