2018 M08 9 - 20:21 Uhr

Roselyne Rogg ließ sich mehr zahlen als Angela Merkel

Zuletzt ließ sich Roselyne Rogg ein Jahresgehalt von 376.000 Euro zahlen. Das ist mehr als Angela Merkel verdient. Die Bundeskanzlerin bekommt brutto rund 300.000 Euro im Jahr. Doch Rogg leitet weder eine Regierung, noch ein riesiges Unternehmen – sie war die Chefin der Duisburger Werkstatt für Behinderte (wfbm). Jetzt hat die Stadt die Frau entlassen, weil das astronomische Gehalt nicht mehr zu rechtfertigen war.

Zwischen 150.000 und 180.000 Euro wären angemessen

Der Aufsichtsrat beschloss einstimmig, sich von der teuren Leiterin der Werkstatt zu trennen. Zwar habe sie fachlich gute Arbeit geleistet, aber dass Rogg so viel verdient, sei vor den anderen Mitarbeitern und der Öffentlichkeit nicht mehr zu rechtfertigen gewesen. Die von der Stadt beauftragten Wirtschaftsprüfer kamen zu dem Ergebnis, dass maximal 150.000 bis 180.000 Euro im Jahr für den Leiter der wfbm angemessen wären. Das Gehalt, dass Rogg inzwischen erhielt, sei darum "inakzeptabel".

Abgesehen davon sei das Vertrauensverhältnis seit der Pressekonferenz, die die Leiterin am 7. Juli eigenmächtig gab, "irreparabel gestört". Dort hatte sie erklärt, dass ihr Gehalt nicht zu hoch sei, weil ihre Leistungen das viele Geld rechtfertigen würden. Roselyne Rogg habe "ihre persönlichen Interessen über die der Werkstatt für Menschen mit Behinderung gestellt", teilte die Stadt Duisburg in einer Pressemitteilung mit. Darum sollen nun vorübergehend die beiden Prokuristen die Werkstatt für Menschen mit Behinderung leiten, bis die Stelle nachbesetzt wurde – und Rogg muss ihre Stelle räumen.

Aufsichtsrat wusste nichts von dem Riesen-Gehalt

Rogg hatte 2009 mit 85.000 Euro Jahresgehalt angefangen und dann immer weiterverhandelt. Zum Schluss verdiente sie etwa das Zehnfache von dem, was ein normaler Sozialarbeiter durchschnittlich jedes Jahr erhält, und sogar über das 170-fache von dem, was die Mitarbeiter mit Behinderung für ihre Arbeit bekommen. Das Ganze machte sie anscheinend hinter dem Rücken des Aufsichtsrates, sodass der aus allen Wolken fiel, als bekannt wurde, was die wfbm-Chefin verdient.