34 Millionen Haushalte betroffen! Deutsche Post verkaufte Kundendaten an CDU und FDP

1. April 2018 - 13:48 Uhr

Wurden die Wähler manipuliert?

Nach dem Datenskandal bei Facebook gibt es jetzt auch Vorwürfe gegen die Deutsche Post: Das Unternehmen soll Kundendaten im Bundestagswahlkampf verkauft haben. Das berichtet die 'Bild am Sonntag'. Laut der Zeitung haben CDU und FDP zugeschlagen.

Netzexpertin: "Dieser Zustand ist untragbar"

Beide Parteien hätten jeweils einen fünfstelligen Betrag für straßengenaue Analysen gezahlt. Zwar werden die persönlichen Daten zwar anonymisiert, aber durch die Vielzahl der Einzelinformationen und deren Kombination seien Aussagen zur Parteiaffinität für einzelne Gebäude mit mindestens sechs Haushalten möglich.

CDU und FDP bestätigten auf Anfrage die Verträge, die Deutsche Post weist den Vorwurf zurück, sie habe Daten verhökert. Demnach werden die Daten nicht verkauft, sondern nur vermietet. Werbekunden bekämen die Adressdaten gar nicht in die Hände. Man halte sich selbstverständlich an alle Datenschutzvorgaben, so die Post in ihrer Stellungnahme weiter. Auf ihrer Homepage wirbt die Post offen damit, anonymisierte Personendaten mit mehr als 150 Einzelmerkmalen anzubieten. Andere Unternehmen können die Daten kaufen, um ihre Zielgruppen direkt anzusprechen und neue Kunden zu gewinnen.

Netzpolitiker sind empört über den Verkauf von Daten an Parteien. Die Linken-Netzexpertin Anke Domscheit-Berg sagte: "Dieser Zustand ist untragbar. Eine Weitergabe dieser privaten Daten muss ohne ausdrückliche Zustimmung verboten sein, ohne Wenn und Aber."

Auch Facebook unter Druck

Vor knapp zwei Wochen war bekanntgeworden, dass sich die dubiose Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica unerlaubt Zugang zu Daten von Millionen Facebook-Profilen verschafft hatte. Bis zu 50 Millionen Nutzer sollen betroffen gewesen sein. Die unrechtmäßige Datenauswertung könnte Donald Trump zum Sieg bei der US-Präsidentenwahl 2016 verholfen haben. Der Konzern war im Zuge des Skandals ins Schlingern geraten.