Intensivmediziner Prof. Uwe Janssens

"300 Tote am Tag sollten uns nicht egal sein"

14. April 2021 - 14:12 Uhr

Todesfälle wären verhinderbar gewesen

Plus 342 Covid-Todesfälle meldet das Robert-Koch-Institut aktuell. Auch die Zahl der neuen Coronafälle ist sprunghaft gestiegen und die Intensivstationen füllen sich wieder. Intensivmediziner haben genau davor gewarnt. Und die Politik diskutiert und debattiert. Warum das die Ärzte enttäuscht, darüber hat RTL-Reporterin Doro Steitz mit dem Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für internistische Intensivmedizin Prof. Uwe Janssens gesprochen.

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"Wir sind einigermaßen enttäuscht über die Politik"

In der Weihnachtszeit sind täglich über tausend Menschen gestorben, mahnt der Intensivmediziner Prof. Uwe Janssens. "Wollen wir da tatsächlich hin? Nein, da wollen wir nicht hin!" sagt er. Deshalb seien viele Intensivmediziner enttäuscht über das, was derzeit in Deutschland geschieht.

"Wir können doch nicht, kleinteilig jeden Tag aufs Neue diskutieren. Wir klagen um unsere Freiheit, aber wenn Leute sterben scheint uns das egal geworden zu sein und wir nehmen es billigend in Kauf," beklagt Uwe Janssens. Und das mache ihn nachdenklich. Seine Arbeit als Arzt sei es Tag für Tag genau das zu verhindern und Leben zu retten.

Jetzt gegen Ausgangssperren zu klagen, ist unverhältnismäßig

Dass Leute vor Verwaltungsgerichte ziehen, auf ihrer Freiheit bestehen und gegen Ausgangssperren klagen, kann der Intensivmediziner nicht verstehen. "Ich wäre mal sehr gespannt auf die erste Klage gegen die Bundesrepublik Deutschland, oder gegen wen auch immer, weil jemand gestorben ist. Einer, der gestorben ist. Ein Tod, der verhinderbar gewesen wäre," so Uwe Janssens.

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