Bundesfamilienministerium hat Ländern Millionenbeträge versprochen

300 Millionen Euro vom Staat, aber: 200.000 Kita-Fachkräfte fehlen!

Kindertagesstätten in Deutschland: Oft sind Erzieher überlastet - weil Geld für die Ausbildung fehlt(e).
© iStockphoto

17. Dezember 2018 - 11:44 Uhr

Familienministerin Franziska Giffey will hohe Millionen-Beiträge spendieren

Gute Nachrichten für Eltern: Das Familienministerium verspricht den Ländern 300 Millionen Euro, um mehr Erzieher für Kindergärten anstellen zu können. Das klingt löblich, wird aber auch höchste Zeit: In den kommenden Jahren fehlen knapp 200.000 Fachkräfte.

"Es gibt Interesse an diesem Beruf"

Die Kita-Qualität soll steigen und die Bundesregierung will dabei helfen. In dem sogenannten Gute-Kita-Gesetz sind dafür bereits 5,5 Milliarden Euro verankert. Daraus hat Bundesfamilienministerin Franziska Giffey den Ländern rund 300 Millionen Euro zugesagt, um Fachkräfte zu gewinnen: "Ab dem neuen Ausbildungsjahr im Sommer 2019 werden wir bis 2022 rund 300 Millionen Euro als Impuls für die Länder zur Verfügung stellen", sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Faire Vergütung - auch während der Ausbildung - ist eins der Ziele. Denn üblicherweise werden die ersten zwei Ausbildungsjahre im Erzieherberuf nicht vergütet. "Es gibt Interesse an diesem Beruf, aber für zu viele ist er nicht attraktiv genug", sagte Giffey. "Solange wir keine bessere Bezahlung und Anerkennung erreichen, dürfte sich daran auch nichts ändern."

Bis 2030: 199.000 Kita-Fachkräfte fehlen

Diese Einstellung dürfte für viele Erzieherinnen und Erzieher in Deutschland längst überfällig sein. In einer aktuellen Studie des Beratungsunternehmens Prognos heißt es, dass bis zum Jahr 2030 schlappe 199.000 Kita-Fachkräfte fehlen. "Wenn wir die Qualität in den Kitas nachhaltig verbessern und den steigenden Bedarf an Betreuungsplätzen sicherstellen wollen, dann brauchen wir dringend auch mehr gut qualifizierte Erzieherinnen und Erzieher", sagte Giffey.

Nach Informationen der Studie, die den Funke Zeitungen vorliegen, ließen sich durch die Einführung eines Ausbildungsgehalts rund 50.000 junge Schulabgänger für den Berufszweig motivieren.