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30 Jahre nach Sexualmord an 18-Jähriger: Täter muss lebenslang ins Gefängnis

Der Angeklagte Helmut S. (M) sitzt am 30.08.2017 im Landgericht in Zwickau (Sachsen) zu Prozessbeginn neben seinem Rechtsanwalt Andreas Bönisch (l). Mehr als 30 Jahre nach dem Mord an einer jungen Frau im Vogtland soll am gleichen Tag das Urteil gesp
Der Angeklagte gemeinsam mit seinem Verteidiger im Landgericht Zwickau. © dpa, Sebastian Kahnert, skh kde

Gericht stellt besondere Schwere der Tat fest

30 Jahre nach einem Sexualmord bei Plauen im Vogtland ist ein 62-Jähriger zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Zwickau sah es als erwiesen an, dass der Mann am 9. April 1987 die damals 18-jährige Heike Wunderlich vergewaltigt und erdrosselt hat. Wegen der Brutalität der Tat stellte die Kammer zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Damit wird eine vorzeitige Haftentlassung für den Mann aus dem thüringischen Gera erschwert.

Angeklagter nach DDR-Recht verurteilt

Mit dem Urteil folgte das Gericht den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Nebenklage. Verurteilt wurde der Mann nach dem zum Zeitpunkt der Tat geltenden DDR-Recht. Danach wäre auch eine geringere Strafe möglich gewesen. Wie der Mörder scheinbar ohne Probleme mit der Tat leben konnte, erklärt Deutschlands bekanntester Profiler Axel Petermann im Video. 

Opfer nackt und missbraucht neben Moped gefunden

Heike Wunderlich war damals neben ihrem Moped gefunden worden - nackt und brutal missbraucht. Die Kriminalisten hatten den Fall nie zu den Akten gelegt. Immer wieder ging die Kripo in den 29 Jahren neuen Spuren nach, doch stets endeten sie in einer Sackgasse.

Mit modernsten kriminaltechnischen Methoden fanden Spezialisten eine bisher unbekannte männliche DNA-Spur an der Leiche von Heike Wunderlich. Die Kripo sicherte die Spur und gab die Merkmale in die DNA-Datei ein. Der Computer meldete einen Treffer, der Mann aus Gera war wegen anderer Straftaten bereits gespeichert.

80-Jähriger stand 29 Jahre lang fälschlicherweise unter Verdacht

Richter Klaus Hartmann sitzt am 30.08.2017 im Landgericht in Zwickau (Sachsen) zu Prozessbeginn auf seinem Platz. Mehr als 30 Jahren nach dem Mord an einer jungen Frau im Vogtland soll am gleichen Tag das Urteil gesprochen werden. (zu dpa "30 Jahre n
Der Vorsitzende Richter in Zwickau, Klaus Hartmann, verurteilte den Angeklagten zu lebenslanger Haft. © dpa, Sebastian Kahnert, skh kde

29 Jahre lang stand ein 80-Jähriger aus Plauen fälschlicherweise unter Verdacht. Die Volkspolizei der DDR soll damals auch entwürdigende Gentests mit ihm gemacht haben. Der Mann wohnte 1987 in unmittelbarer Nachbarschaft des Opfers. Sein Weg führte nahe am Tatort vorbei und ein Alibi konnte der heute 80-Jährige nicht vorweisen.

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