Kölner Hebamme machte die deutschen Fälle öffentlich

Babys ohne Hände geboren: "30 Betroffene meldeten sich in den letzten 24 Stunden"

17. September 2019 - 10:22 Uhr

VIDEO: Kölner Hebamme spricht über Babys ohne Hand

In einer Klinik in Gelsenkirchen sind in nur wenigen Monaten drei Babys mit fehlgebildeten oder fehlenden Händchen auf die Welt gekommen. Normalerweise kommen solche Fehlbildungen eher selten vor. Jetzt rätseln Mediziner, was dahinter stecken könnte. Hebamme Sonja Liggett-Igelmund hat die Fälle öffentlich gemacht. Offenbar gibt es noch viel mehr Betroffene als bisher angenommen, wie uns die Hebamme im Video erzählt. 

30 betroffene Familien aus Deutschland

Sonja Liggett-Igelmund möchte die Möglichkeit nutzen und auf das Problem aufmerksam machen. Viele Eltern haben sich bei der Hebamme gemeldet und sich bedankt. Die Betroffenen dachten bisher, sie sind damit alleine. "Manche Eltern sind auch nach der Geburt nicht gut aufgeklärt worden. Die Begründung: Es ist die Laune der Natur. Ja, das ist eine Begründung, aber manche sind damit einfach nicht zufrieden und manche wünschen sich so viel mehr Spezialisten, die sich der Sache annehmen und die Ursachen suchen", erzählt Liggett-Igelmund im RTL-Interview. 

Aus ganz Deutschland meldeten sich 30 Betroffene. Die Kinder sind ganz jung bis hin zu 10 Jahre alt. "Ich habe schon Sorge, dass es an Unweltgiften, Umweltstoffen liegt. Ich kann da auch nur spekulieren und wünsche mir eine geregelte Aufklärung", sagt die Hebamme. 

Kein Melderegister für Neugeborene ohne Hand

Bisher gibt es kein Melderegister, wo Babys mit Fehlbildungen gemeldet werden. Die Hebamme meint, wenn dieser Fall - ein Neugeborenes ohne Hand - vermehrt vorkommt, müsste man die Daten stark anonymisiert sammeln und die Ursache finden. "Und wenn es in der Umwelt etwas gibt, dass das verursacht, dann muss das gefunden werden und dann muss man das alles gut organisieren und alle Forscher dransetzen", erzählt die Hebamme aus Köln im RTL-Interview.

Mehrere Fälle in Frankreich in den letzten Jahren

In Frankreich gab es in den letzten Jahren bereits mehrere Fälle. Dort wird untersucht, was hinter den Fehlbildungen steckt. Alle betroffenen Familien wohnen im ländlichen Raum. Könnten also Pestizide für die fehlenden Gliedmaßen verantwortlich sein? Die Behörden untersuchen auch, ob die Mütter in der Schwangerschaft alle etwas Bestimmtes gegessen, getrunken oder eingeatmet haben könnten.