Obwohl sie Vollzeit schuften

3,38 Millionen Arbeitnehmer verdienen weniger als 2.000 Euro im Monat

Über drei Millionen Arbeitnehmer in Deutschland verdienen weniger als 2.000 Euro im Monat, obwohl sie dafür Vollzeit arbeiten gehen.
Über drei Millionen Arbeitnehmer in Deutschland verdienen weniger als 2.000 Euro im Monat, obwohl sie dafür Vollzeit arbeiten gehen.
© dpa, Jens Büttner, jbu hpl cas bra lre tba

28. April 2019 - 17:21 Uhr

Niedriglohn trotz Vollzeitjob

Rund 3,38 Millionen Beschäftigte in Deutschland verdienen im Monat weniger als 2.000 Euro brutto, obwohl sie Vollzeit arbeiten gehen. Das sind bundesweit rund 16 Prozent aller Arbeitnehmer. Diese Zahlen gehen aus der Antwort des Bundessozialministeriums zu einer Anfrage der Linken hervor.

Reinigungskräfte werden am schlechtesten bezahlt

"Viel zu viele Beschäftigte werden mit Niedriglöhnen abgespeist", kritisierte die Linken-Abgeordnete Sabine Zimmermann. Inflation und explodierende Mietpreise würden dafür sorgen, dass man mit unter 2.000 Euro brutto nicht mehr weit komme.

Besonders wer als Reinigungskraft, in Hotels oder Gaststätten, in der Landwirtschaft oder in der Lebensmittelverarbeitung arbeitet, wird in Deutschland schlecht bezahlt. Wer geringer qualifiziert ist, steht Lohntechnisch besonders schlecht da. Laut Statistik wurden vollzeitbeschäftigte Helfer in Hotels und Gaststätten in Ostdeutschland im Jahr 2017 im Mittel mit nur 1.610 Euro entlohnt. Wer dort für Reinigungsfirmen arbeitete verdiente im Schnitt gerade einmal 1.633 Euro.

Auch gute Ausbildung schützt nicht immer

In Westdeutschland befinden sich auch Beschäftigte bei Sicherheitsdiensten im unteren Bereich der Skala. Sie bekommen im Schnitt 1.768 Euro. Aber auch eine gute Ausbildung schützt nicht immer vor Niedriglöhnen. So kommen in Ostdeutschland Fachkräfte in der Werbung nur auf 1.902 Euro im Mittel.

In Westdeutschland kamen 2,32 Millionen Vollzeitbeschäftigte (13,5 Prozent) auf weniger als 2.000 Euro brutto, in Ostdeutschland 1,06 Millionen (27,5 Prozent). "Es ist ein Skandal, dass insbesondere der Osten weiterhin so deutlich abgehängt ist", sagte Zimmermann. Sie forderte darum eine Erhöhung des Mindestlohns von 9,19 Euro auf 12 Euro und die Abschaffung von Leiharbeit.