Mit Haftbefehl gesucht

3.000 Hamburger Verbrecher auf der Flucht

Themenbild Polizei, Polizei, Streifenwagen, Polizist mit Handschellen, Polizist mit Dienstpistole Baden-Württemberg Deu
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09. April 2021 - 10:24 Uhr

Knapp 2.500 Straftäter sind trotz Verurteilung untergetaucht

Die Hamburger Justiz verzeichnet rund 3.000 noch offene Haftbefehle in den vergangenen vier Jahren (2017 bis 23. März 2021). Das geht aus einer Antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage der CDU-Bürgerschaftsfraktion hervor. Konkret heißt das: 2.474 Personen werden – trotz rechtskräftiger Verurteilung – bundesweit gesucht, da sie ihre Straftat nicht angetreten haben. Weitere 549 Personen sind zur Fahndung ausgeschrieben.

CDU-Fraktion ist "fassungslos"

"Dass in Hamburg mehr als 3.000 Straftäter frei rumlaufen und von der Polizei gesucht werden, macht fassungslos", kommentierte der justizpolitische Sprecher der CDU-Fraktion und Urheber der Anfrage, Richard Seelmaecker. Besonders viele der offenen Haftbefehle stamme aus dem vergangenen Jahr: 1048 zum Haftantritt und 188 nach Straftaten.

Ausländische Straftäter sollten abgeschoben werden

Seelmaecker kritisiert zugleich den Umgang mit ausländischen Straftätern, die eigentlich abgeschoben werden sollen: "Wir können uns von denen nicht weiter auf der Nase herumtanzen lassen", meint Seelmaecker. Der Senat müsse dafür sorgen, dass solche Straftäter direkt nach Verbüßung ihrer Haft abgeschoben werden.

Denn: Wenn deren Identität nicht klar ist, kommen ausländische Straftäter laut Senat nach Verbüßung ihrer Strafhaft zunächst auf freien Fuß. Sie werden dabei belehrt, dass sie sich bei ihren Heimatbehörden um Papiere bemühen müssen.

Quelle: DPA / RTL.de