25 Kliniken wiesen ihn ab: 75-jähriger Japaner stirbt

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Nachdem er 36 Mal von Kliniken abgewiesen worden war, verstarb ein 75-jähriger Japaner.
picture-alliance / dpa, epa Wu hong

36 Mal abgewiesen wegen Ärzte- und Bettenmangel

Tragischer Tod: Nachdem ihm mehrere Krankenhäuser die Notaufnahme verweigerten, erlag ein 75-jähriger Japaner seinem Leiden. Das berichtet die 'Huffington Post'. Über zwei Stunden hinweg wiesen die Kliniken den Mann 36 Mal ab. Akuter Ärztemangel soll der Grund gewesen sein.

Der 75-Jährige habe alleine in der Stadt Kuki nördlich von Tokio gelebt, so die Zeitung. Nachdem er an Atemproblemen litt, rief er den Notarzt. Die Sanitäter hätten ihn in eines der Krankenhäuser der Region bringen wollen, doch alle der 25 Kliniken konnten den Mann wegen Ärzte- und Bettenmangel nicht aufnehmen – auch auf mehrfache Anfrage hin nicht, so der Bericht. Einer der Sanitäter habe gesagt, er hätte noch nie erlebt, dass "ein Patient so oft abgewiesen wurde."

Die Rettungsassistenten waren zu einer 20-minütigen Fahrt in eine benachbarte Präfektur gezwungen. Kurz nach der Ankunft wurde der 75-Jährige für tot erklärt. Die Todesursache sei nicht publik gemacht worden.

Kliniken: Mitarbeiter überlastet

Das japanische Gesundheitssystem erhält viele Zuschüsse und hat einen hohen globalen Standard. Dennoch führe eine wachsende Bevölkerung, sowie ein Mangel an jungen Arbeitskräften zu einer "zunehmenden Überlastung der Mitarbeiter", so der Bericht. Die Krankenhäuser in Kuki seien nach dem Vorfall dazu aufgefordert worden ihre Kapazitäten aufzustocken.

Ärztemangel in Japan ist nichts Neues: Schon in den vergangenen Jahren starben Patienten, weil Kliniken sie mangels Personals abweisen mussten. 2009 berichtete der 'stern' von einem verunglückten Radfahrer, dem 14 Kliniken eine Behandlung verweigerten – der Mann verblutete. Ein Jahr später schrieb die 'Süddeutsche' über "einen Aufschrei der Empörung" in Japan über das Gesundheitssystem. Einer schwangeren Frau wurde über Tage hinweg die Notaufnahme verwehrt. Sie verstarb an einer Gehirnblutung.