„Alle waren halb verhungert“

222 verwahrloste Tiere von Hof in Brandenburg gerettet

© Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark

16. August 2019 - 14:52 Uhr

Retter waren geschockt, so viele Tiere dort zu finden

Auf einem Hof in Brandenburg haben Tierretter 222 völlig verwahrloste Tiere entdeckt. Hunde, Katzen, Kaninchen, Meerschweine, exotische Vögel, Hühner, Schafe und Schildkröten – sie alle waren in einem erbarmungswürdigen Zustand. Die meisten waren abgemagert, verdreckt und krank. "Das Schlimme war: Von außen hat man nichts gesehen. Niemand hätte erwartet, dass das so viele Tiere betroffen sind", sagte Kathleen Wiggert von der Tierrettung Potsdam im RTL-Interview.

„Man hat bei den Hühnern sogar die Brustbeine gespürt“

Verwahrloste Tiere in Brandenburg
Die Tiere auf dem Hof in Brandenburg waren völlig verwahrloste und abgemagerte Tiere.
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Nachbarn hatten die Behörden in Ziesar auf das Ehepaar aufmerksam gemacht. Als die Kontrolleure vor Ort eintrafen, fanden sie ein Bild des Grauens vor. Überall lagen Exkremente und Tierkadaver herum. "Egal ob es die Hunde waren, die Kamerunschafe, die Hühner – alle waren halb verhungert. Man hat bei den Hühnern sogar die Brustbeine gespürt", berichtet Wiggert. "Es ist schon sehr bedrückend, dass man Tiere so sehen muss."

Nach RTL-Informationen musste auch das Jugendamt eingeschaltet werden. Denn auch das Kind des Paares musste in den unhygienischen Bedingungen auf dem Hof leben. Die Tierretter arbeiteten stundenlang bis tief in die Nacht, um die Tiere aus dem Elend herauszuholen und in Sicherheit zu bringen. Die Tiere wurden auf dem Gelände des Vereins "Tiere e.V." erst notdürftig untergebracht und mit frischem Wasser und Futter versorgt.

Das Ehepaar will die Tiere wiederhaben

Tiere von Hof in Brandenburg gerettet
Die Tiere wurden unter schrecklichsten Bedingungen gehalten.
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"In den folgenden Tagen konnten die meisten Vögel und kleinen Wiederkäuer dank unseres hervorragenden Netzwerkes in artgerechte Haltung übergeben werden", meldete der Verein bei Facebook. Nur für einige Hunde, Katzen, Kaninchen und Meerschweinchen würde noch ein Zuhause gesucht.

"Die Leute wollen etwas Gutes tun, ziehen raus aufs Land und schaffen sich Nutztiere an. Es wird leider unterschätzt, wie groß der Aufwand und die Kosten sind", erklärte Wiggert. Anstatt sich Hilfe zu holen, würden die Leute dann einfach wegschauen. Auch in diesem Fall scheint das Paar die Situation, in der sich die Tiere befunden haben, gar nicht erkannt zu haben. Der Mann und die Frau bekamen Tierhaltungsverbot, wollen aber dagegen vorgehen und ihre Tiere wieder haben.