22 Heimatreisen von Geflüchteten in drei Jahren

18. November 2019 - 7:01 Uhr

Nach einer Großen Anfrage der AfD-Fraktion zu Reisen von Geflüchteten in ihr Herkunftsland hat das Integrationsministerium 22 solcher Fälle in drei Jahren festgestellt. "Eine Erlaubnis für Heimatreisen von Asylsuchenden und anerkannten Schutzberechtigten ist aufenthalts- und asylrechtlich nicht vorgesehen", teilte das Ministerium in seiner Antwort mit.

Nach Angaben des Integrationsministeriums meldeten sieben der 36 Ausländerbehörden seit 2017 insgesamt 22 Heimatreisen von Flüchtlingen. Daran waren 29 Menschen beteiligt, die alle einen anerkannten Asylstatus hatten. In neun Ausländerbehörden waren keine Fälle von Heimatreisen bekannt. Die übrigen 20 machten keine Angaben, da sie keine entsprechende Statistik führten.

In 18 der 22 Fälle kam es im Anschluss an eine Heimatreise zu einer Anhörung. Dabei gaben laut Ministerium einige an, aus familiären Gründen in ihr Heimatland gereist zu sein. Andere erklärten, sie hätten sich nicht dort, sondern in einem Nachbarland mit Angehörigen getroffen. Flüchtlingshelfer haben darauf hingewiesen, dass Flüchtlinge in Einzelfällen aus wichtigen familiären Gründen wie dem Tod eines nahen Angehörigen trotz der gegenteiligen Bestimmungen in ihr Heimatland reisen.

In einem Fall widerrief das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) eine Schutzberechtigung wegen einer Heimatreise. Nach Auskunft von sieben Ausländerbehörden laufen in 17 Fällen noch entsprechende Überprüfungen beim BAMF.

Quelle: DPA