Hertha siegt in Spiel 1 nach Klinsmann

Tristesse in Grün-Weiß: Werder in Leipzig ohne jede Chance

RB Leipzig - SV Werder Bremen
RB Leipzig - SV Werder Bremen
© dpa, Robert Michael, ert fdt

15. Februar 2020 - 20:21 Uhr

Gladbach bleibt nach 4:1 in Düsseldorf oben dran

Bei Werder Bremen gehen in der Bundesliga langsam, aber sicher die Lichter aus. Die Elf von (Noch?)Trainer Florian Kohfeldt kriegte am 22. Spieltag von den 'Bullen' aus RB Leipzig auf die Socken - 0:3 und weiterhin Platz 17. Hertha BSC fuhr im Spiel 1 nach Jürgen Klinsmann einen knappen 2:1-Sieg bei Schlusslicht SC Paderborn ein. Bayer Leverkusen feierte bei den 'Eisernen' von Union Berlin einen Last-Minute-Sieg, in Hoffenheim gab's ein Elfmeter-Festival. Fortuna Düsseldorf steckt nach der ersten Niederlage unter dem neuen Trainer Uwe Rösler ebenfalls weiter im Keller fest.

RB Leipzig - Werder Bremen 3:0 (2:0)

Tore: 1:0 Klostermann (18.), 2:0 Schick (39.), 3:0 Mukiele (46.)

RB Leipzig galt vor dem Spiel als klarer Favorit – und erfüllte die Rolle zu 100 Prozent. Die Gastgeber machten von Beginn an Druck, doch Werder stand gut und wehrte die ersten gefährlichen Angriffe mit viel Einsatz und Laufbereitschaft ab. In der 17. Minute brachte dann aber eine Standard-Situation die Leipziger Führung – Lukas Klostermann musste nach einer perfekten Hereingabe nur noch freistehend vor dem Kasten den Fuß hinhalten und einschieben.

Danach gewann Leipzig an Dominanz, erspielte sich immer wieder gute Möglichkeiten. Nach einem erneuten Standard fiel das überfällige 2:0: Patrik Schick nickte nach einer Ecke von Dani Olmo ungestört ein. Damit stellte RB noch vor der Pause die Weichen auf Sieg.

Direkt nach der Halbzeit ging es für Leipzig so weiter, Nordi Mukiele erhöhte auf 3:0. Damit waren die Bremer gebrochen – auch wenn die Gäste noch nicht aufgaben. Werder versuchte sich weiterhin in der Flucht nach vorne, alle offensiven Bemühungen brachten jedoch nichts.

SC Paderborn - Hertha BSC 1:2 (0:1)

Tore: 1:0 Boyata (10.), 1:1 Jarstein (51./Eigentor), 1:2 Matheus Cunha (67.)

Der Klinsi-weg-Effekt war schon früh zu spüren: Mit offensivem Geist legten die Berliner los und gingen durch einen Kopfball von Dedryck Boyata früh in Führung. Kurz darauf klingelte es erneut. Doch Matheus Cunhas Treffer wurde aberkannt, weil Vorlagengeber Krzysztof Piatek den Ball zuvor mit der Hand berührt hatte.

Von Paderborn kam in einer spielerisch wenig ansehnlichen Partie derweil nichts. Es brauchte einen besonders starken ostwestfälischen Pausentee, um die Geister des Kellerkindes zu wecken. Einen Horizontal-Strahl von Dennis Srbeny lenkte Hertha-Keeper Rune Jarstein ins eigene Netz. Ein netter Zug, denn der Ball wäre voraussichtlich entlang der Torlinie ins Aus geschossen. Doch Berlin blieb renitent. Mit der Hacke erzielte Neuzugang Cunha in seinem ersten Spiel für den Hauptstadt-Club die erneute Führung, die das Team von Trainer Alexander Nouri humorlos verwaltete.

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PADERBORN, GERMANY - FEBRUARY 15: Matheus Cunha of Hertha BSC celebrates with teammates after scoring his team's second goal during the Bundesliga match between SC Paderborn 07 and Hertha BSC at Benteler Arena on February 15, 2020 in Paderborn, Germa
Läuft ohne Klinsi - Hertha BSC gewann das erste Spiel nach dem überraschenden Trainer-Rücktritt in Paderborn
© Bongarts/Getty Images, Bongarts, JP

FC Augsburg - SC Freiburg 1:1 (1:0)

Tore: 1:0 Max (38.), 1:1 Haberer (51.)

Freiburg spielte entsprechend seines Tabellenplatzes völlig unbefreit auf und hatte deutlich mehr vom Spiel. Die Augsburger kamen dafür wie Kai aus der (Puppen-)Kiste zur Führung: Philipp Max nutzte die zweite FCA-Chance zur Führung. Die Streich-Elf kam unbeeindruckt aus der Kabine und Augsburg-Tormann Tomas Koubek zeigte, warum ihn viele als Fliegenfänger verspotten: Der Tscheche ließ einen harmlosen Freistoß abprallen, Luca Waldschmidt bediente Janik Haberer, dessen Schuss Raphael Framberger ins Tor abfälschte. Freiburg blieb dran: Haberer köpfte einen langen Ball ganz knapp neben das Tor (67.). So blieb es beim Remis, das keinem wehtut.

1899 Hoffenheim - VfL Wolfsburg 2:3 (1:1)

Tore: 0:1 Weghorst (18./Handelfmeter), 1:1 Baumgartner (45.), 1:2 Weghorst (52./Foulelfmeter), 2:2 Kramaric (60./Handelfmeter), 2:3 Weghorst (71.)

Elfer-Festival in Sinsheim: Drei der fünf Buden fielen vom Punkt. Große Aufregung gab's vor allem beim zweiten Tor der Wolfsburger: Minutenlang checkte Schiri Sören Storks auf Geheiß des Kölner Kellers eine Aktion von Hoffenheims Benjamin Hübner gegen Kevin Mbahu, ehe er auf den Punkt zeigte. Wout Weghorst verwandelte mit viel Glück, TSG-Keeper Oliver Baumann wehrte den genau in die Mitte gezimmerten Ball fast ab. Auf der anderen Seite verteilte Storks einen Handelfmeter für die Hausherren, weil Weghorst einen Freistoß von Robert Skov mit dem Ellbogen abwehrte. Nach Andrej Kramarics Ausgleich wurde Weghorst - immer wieder Weghorst - dann doch zum Matchwinner, indem er einen blitzsauberen Konter per Chip veredelte.

Union Berlin - Bayer Leverkusen 2:3 (1:1)

Tore: 1:0 Gentner (7.), 1:1 Havertz (22.), 1:2 Diaby (83.), 2:2 Bülter (87.), 2:3 Bellarabi (90.+4)

4:3-Spektakel gegen Dortmund war gestern – heute war Eisern Union. Mit dem Herz in der Hand spielte Union die Gäste an die Wand. Christian Gentners Hammer unter die Latte krönte ein ganz starke Anfangsphase der Hausherren. Auch nach dem Ausgleich – Bayers einzige wirkliche Chance in der ersten Halbzeit – blieb der Aufsteiger das dominantere Team und hielt die sonst so spielfreudige Bosz-Elf in Schach. Nach der Pause machte Bayer Dampf – bzw. die Fans taten es und zündeten der Reihe nach Pyro im Fanblock. Rauchschwaden verdunkelten den Köpenicker Spielplatz derart, dass Schiri Harm Osmers die Partie für zwei Minuten unterbrach.

Als die Fans zehn Minuten später erneut zündelten, hatte Osmers die Faxen dicke und rief beide Teams kurzzeitig vom Feld. Er hätte sie auch gleich bis zur 83. Minute draußen lassen können, denn bis dahin ging auf dem Rasen nichts. Die letzten Minuten allerdings brachten die Alte Försterei zum Brodeln. Zunächst veredelte Moussa Diaby, der immer mehr aufblüht, eine Traumvorlage von Kevin Volland zur Gäste-Führung, ehe Marius Bülter den Ball vier Minuten später sehenswert zum Ausgleich in den Winkel schlenzte. Doch selbst damit war es nicht genug: In der vierten Minute der Nachspielzeit ömmelte Karim Bellarabi das Ding zum glücklichen Sieg über die Linie. In der achten Minute der Nachspielzeit verpasste der bei einer Ecke mitaufgerückte Union-Keeper Rafal Gikiewicz aus kurzer Distanz den Ausgleich.

Fortuna Düsseldorf - Borussia Mönchengladbach 1:4 (1:1)

Tore: 0:1 Hofmann (22.), 1:1 Thommy (29.), 1:2 Stindl (51.), 1:3 Stindl (77.), 1:4 Neuhaus (82.)

Nach zuletzt zwei Unentschieden in der Liga ging das Rösler-Team zumindest mit halbbreiter Brust in die Partie. Das erste Stück von der Wurst holten sich aber die Fohlen ab. Nach einem schnellen Konter über Marcus Thuram netzte Jonas Hofmann eiskalt eiskalt ein. Doch die Antwort der Fortunen ließ nicht lange auf sich warten. Eine Flanke von Kaan Ayhan verwertete Erik Thommy elegant im Fallen. Gladbach blieb aber das stärkere Team und kam entsprechend zu Chancen. Eine davon nutzte Florian Neuhaus zum zweiten Treffer in der 38. Minute, dieser wurde jedoch von Kölner Keller annulliert. Beim Zuspiel von Hofmann stand Neuhaus im Abseits. Im zweiten Durchgang dann setzte sich auch die individuelle Klasse der Gäste gegen leidenschaftlich auftretende Düsseldorfer durch.

Alle Ergebnisse des 22. Spieltags und die Bundesliga-Tabelle gibt's hier