UN-Bericht legt neue Zahlen vor

214 Millionen Frauen würden gern verhüten, können aber nicht

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10. April 2019 - 12:25 Uhr

Mehr als 40% der Frauen in Beziehungen ohne Chance auf Verhütungsmittel

Sex mit dem geliebten Partner ohne sich Gedanken um die Folgen machen zu müssen, das klingt für uns selbstverständlich. Umso erstaunlicher, für wie viele Frauen auf der Welt es das nicht ist. "Noch immer gibt es 214 Millionen Frauen, die eine Schwangerschaft verhindern wollen, aber keine moderne Verhütungsmethode anwenden können", kritisierte der UNFPA (Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen) zur Vorstellung seines Weltbevölkerungsberichts. "Die Bevölkerungspolitik der Zukunft muss Rechte wahren und stärken."

Je ärmer die Frauen, desto größer das Problem

Mit ihrem Kind auf dem Arm sitzt eine obdachlose Frau am Mittwoch (02.02.2005) in einem Slum am Rande der indischen Millioeenstadt Neu Delhi unter einer Brücke. Während in den Innenstädten moderne Business-Districts entstehen, leben zahllose der mehr
Obdachlose Frau mit ihrem Kind in Neu Delhi.
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Wie aus dem Bericht weiter hervorgeht, hat sich der Anteil der Frauen, die Verhütungsmittel nutzen könnten, in den vergangenen fünf Jahrzehnten mehr als verdoppelt: Waren es 1969 noch 24 Prozent, so erhöhte sich die Zahl auf 58 Prozent im Jahr 2019.

Laut UNFPA haben in den 51 untersuchten Ländern nur 57 Prozent der Frauen, die in einer Beziehung leben, Zugang zu Verhütungsmitteln. Je ärmer die Frauen sind, desto geringer ihre Chance, an die Mittel zu kommen - das gilt sowohl in Industrie- wie auch in Entwicklungsländern.

UNFPA-Chefin Natalia Kanem sagte, ohne diesen Zugang fehle den Frauen die Macht, Entscheidungen über ihren eigenen Körper zu treffen, darunter, ob sie schwanger werden wollten. Deswegen könnten sie auch nicht ihre eigene Zukunft gestalten.

Die UN-Organisation appellierte an Regierungen und die Zivilgesellschaft. Es dürfe keinen ungedeckten Bedarf an Verhütungsmitteln geben, keine vermeidbare Müttersterblichkeit und keine Gewalt oder Praktiken zum Schaden von Frauen und Mädchen.

Der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen

Dr. Natalia Kanem, Executive Director of UNFPA, smiles during a press briefing in Dhaka, Bangladesh, Thursday, May 24, 2018. (AP Photo/A.M. Ahad) |
UNFPA-Chefin Dr. Natalia Kanem
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Die Organisation wurde 1969 gegründet. Ziel war es, einen Weltbevölkerungsplan gegen das Bevölkerungswachstum in Entwicklungsländern zu erstellen

Programmschwerpunkte heute:

  • sexuelle und reproduktive Gesundheit
  • Familienplanung
  • Bildung
  • Gleichberechtigung der Geschlechter
  • Schutz vor Gewalt gegen Frauen und Kinder