Gegen Pleite-Frust am Monatsende

2020 wird das Super-Spar-Jahr: Die besten Tipps von Finanztip-Chef Hermann-Josef Tenhagen

Wer clever spart, hat am Monatsende noch Geld übrig.
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29. Januar 2020 - 9:17 Uhr

Mit einfachen Maßnahmen ist ein zusätzlicher Urlaub drin

Wenn am Monatsende das Konto leer ist, geht die Laune in den Keller. Höchste Zeit also, etwas daran zu ändern. Und das geht leichter, als viele denken. Mit einfachen Maßnahmen und Vertragswechseln ist sogar ein zusätzlicher Urlaub drin, wie Finanztip-Chef Hermann-Josef Tenhagen verrät.

Kostenloses Girokonto statt Strafzinsen

Welche Tipps haben Sie für Menschen, die bei der Eröffnung eines Girokontos Geld sparen möchten?

Hermann-Josef Tenhagen: Die günstigsten Banken fürs Konto sind DKB, Comdirect und Norisbank. Wenn Sie das Konto nur im Euroraum nutzen, kommen ING und Consorsbank dazu. Da sind Girokonten fast komplett kostenlos. Bei der DKB fallen im ersten Jahr keine Gebühren an, im zweiten Jahr ist das nur dann der Fall, wenn Sie mindestens 700 Euro im Monat Einzahlung haben. Wenn Sie erwerbstätig sind, ist das also immer noch kostenfrei. Bei einer normalen Bank zahlen Sie deutlich mehr. Ein günstiges Standardkonto kostet 100 Euro jährlich und ein teures 200 Euro im Jahr.

Viele Menschen fürchten sich vor Strafzinsen. In welchen Fällen ist diese Sorge berechtigt?

Es gibt vereinzelte Banken, die Strafzinsen für Neukunden schon bei unter 100.000 Euro einfordern, aber da braucht man ja nicht hinzugehen. Als klassischer Bestandskunde gibt es nirgendwo Strafzinsen. Wenn Sie Geld auf dem Konto liegen haben, dann leihen Sie der Bank Geld. Dafür dürfen Sie aber bei bestehenden Kontoverträgen nicht zu Gebühren verpflichtet werden. Deswegen können die Banken nur bei neuen Kunden einen anderen Vertrag anbieten und dann versuchen, so eine Verwahrungsgebühr zu nehmen. Wenn man so viel Geld hat, dass man das umverteilen will, - also mehrere 100.000 Euro - sollte man Banken, die Strafzinsen verlangen, einfach meiden.

Beim Handytarif kommt es auf den Wohnort an

Wie kann man beim Handytarif sparen?

Es gab bisher so eine Regel: Wenn man im O2-Netz nach einem günstigen Vertrag fürs Handy sucht, gibt es diesen Handyvertrag für unter 10 Euro im Monat. Das geht auch weiterhin. Wenn man bei Vodafone oder Telekom im Netz war, musste man über für solche Verträge über 20 Euro zahlen. Das bröselt. Im Vodafone-Netz gibt es inzwischen einen Tarif Lidl Connect Smart, der im Monat 8,60 Euro kostet und bei Congstar zahlt man bei einem Tarif mit 3 GB Flat-Option nur noch 14 Euro. Die Preise liegen also nicht mehr bei über 20 Euro. Das ist vor allem wichtig für diejenigen, die auf dem Land leben, da die Funklöcher bei einem O2-Anschluss signifikant viel größer sind.

Wer ein neues Handy kaufen möchte, stellt sich die Frage, ob es günstiger ist, den Kauf mit oder ohne Vertrag zu tätigen. Welche Variante halten Sie für sinnvoller?

Man ist zwei Jahre lang gebunden, wenn man ein Handy kauft. Wenn es also nicht gerade um ein sehr teures Handy geht, dann würde ich Handykauf und Vertrag getrennt machen. Das gibt Flexibilität und ist für das Standardangebot auch günstiger.

Sparen bei Strom & Gas

Wie kann man bei Strom im Jahr 2020 mehr Geld sparen?

Man kann weniger verbrauchen, aber auch den Anbieter oder den Stromtarif wechseln. Für Singles sind bei letzterer Variante bis zu 100 Euro und für Familien mehr als 200 Euro Ersparnis drin. Den Tarif-Vergleich ohne Bonusjagd finden Sie bei Finanztip. Kunden, die das noch nie gemacht haben, sind im Standardtarif ihres örtlichen Versorgers und der ist fast immer der teuerste. Deswegen sollten diese Personen das unbedingt nachholen.

Außerdem gibt es noch jede Menge Tarife, bei denen man Boni bekommt, wenn man wechselt. Dann sind für eine Familie im Laufe des Jahres schon einmal 300 Euro Ersparnis drin. Allerdings fallen die Boni im darauffolgenden Jahr weg, sodass es dann womöglich deutlich teurer wird. Man muss also aufpassen und im nächsten Jahr wieder wechseln. Wenn man gut strukturiert ist, kann man das machen. Wichtig ist: Der Wegfall des Bonus ist keine Preiserhöhung. Normalerweise hat man bei jeder Preiserhöhung ein Sonderkündigungsrecht. Das ist hier nicht der Fall. Man wird daher auch nicht dran erinnert, dass der Preis im nächsten Jahr steigt.

Wie sieht das beim Gas aus?

Das Gleiche gilt für Gas, nur sind die Ersparnisse im Augenblick noch höher. Erstens ist der Markt nicht ganz so ausgereizt und zweitens sind die Gaspreise für die Anbieter deutlich gefallen. Sie können also günstige Angebote machen.

Ist Ökostrom wirklich so viel teurer als normaler Strom?

Nein. Wenn es einfach darum geht, Strom zu haben der regenerativ erzeugt ist, ist der nicht wesentlich teurer oder überhaupt nicht teurer. Wenn der Ökostrom in Deutschland zusätzlich neu erzeugt sein muss, dann kann dieser teurer sein, als bei dem billigsten Anbieter. Aber in den meisten Fällen ist der Strom immer noch preiswerter als bei der Grundversorgung. Das heißt, für alle die in der Grundversorgung sind - und das sind ein Drittel der Stromkunden - wäre auch der Wechsel zu einem Ökoanbieter ein gutes Geschäft.

Wie kann man Heizkosten sparen, ohne sich großartig in seinem Lebensstil einschränken zu müssen?

Es gibt elektronische Thermostate. Die können Sie im Laden kaufen. Sie sind relativ einfach anzuschrauben. Sie sorgen dafür, dass es morgens um 7 Uhr warm, aber nachts aber nicht unnötig beheizt ist. Schauen Sie, dass Sie den Kühlschrank nicht neben dem Herd stehen haben. Auch den Kühlschrank vor einem Heizungsrohr zu stellen macht keinen Sinn. Der Kühlschrank verbraucht dann mehr Strom. Auch sollten keine langen Vorhänge vor der Heizung aufgehängt werden.

Alte Ölheizung im Keller: 45 Prozent Förderung für neue Heizung

Welche Möglichkeiten gibt es, Wasser einzusparen?

Weniger baden, mehr duschen macht einen großen Unterschied. Wasser- und Duschhähne helfen ebenso, den Wasserverbrauch zu reduzieren.

Haben Sie noch einen persönlichen Spartipp für das neue Jahr?

Der große Spartipp für dieses Jahr ist für Leute mit Haus, die eine Ölheizung haben. Die sollte ausgetauscht werden. Es gibt dann insgesamt 45 Prozent Förderung. Wenn eine Heizung zwischen 10.000 und 20.000 Euro kostet, sind das ein paar tausend Euro Ersparnis und das geht schnell. Wenn man alles richtig macht, bekommt das Geld in innerhalb von zwei Wochen.

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