20 Tote bei Horrorunfall mit Limousine im US-Bundesstaat New York

08. Oktober 2018 - 15:24 Uhr

Viele junge Menschen unter den Opfern

Beim schwersten Verkehrsunfall seit fast zehn Jahren in den USA sind in Schoharie im Bundesstaat New York 20 Menschen ums Leben gekommen. Allein 18 der Opfer waren in einer Stretch-Limousine auf dem Weg zu einer Geburtstagsparty. Der Wagen erfasste auch zwei Fußgänger. Offenbar war der Fahrer viel zu schnell unterwegs.

Überlebender des Stretch-Limo-Unfalls stirbt im Krankenhaus

USA, Schoharie: Eine Leiche ist an einem Un20 Tote bei Horrorunfall mit Limousine im US-Bundesstaat New York
Viele Rettungskräfte waren im Einsatz, doch für 20 Menschen kam jede Hilfe zu spät.
© dpa, Tom Heffernan Sr., ML alh soe

Unter den Opfern sind unter anderem zwei jungverheiratete Paare und Eltern von kleinen Kindern. Ein Paar lässt einen 16 Monate alten Waisen zurück. Im Auto saßen auch vier Schwestern, die mit ihren Partnern zu der Geburtstagsfeier ihrer jüngsten Schwester unterwegs waren.

Den Einsatzkräften am Unfallort bot sich ein Bild des Grauens. Auch am Tag nach dem Crash sieht es aus wie auf einem Schlachtfeld. Überall sind Überreste des Unfalls zu sehen. Darunter ein Reifen, der aus der Limousine gerissen worden war, die im Schlamm des überwachsenen Bachbettes unter mehreren Bäumen lag. Spiegelsplitter, Reste eines Rücklichts, eine Haarbürste künden von dem schrecklichen Geschehen.

Ein Mensch in der Limousine überlebte den Unfall zunächst, starb aber später im Krankenhaus von Albany, wohin ihn ein Rettungshubschrauber noch gebracht hatte. Unbestätigten Medienberichten zufolge war nur der Fahrer der Limousine angeschnallt, alle anderen Passagiere nicht.

Berüchtigte Kreuzung in Schoharie

Unfall mit Stretch-Limousine in den USA
In dieser Limousine starben 17 Menschen,ein weiterer Insasse später im Krankenhaus.

Die Kreuzung ist als gefährlich bekannt, seit Jahren warnen Anwohner. Zu dem folgenschweren Unfall kam es, als das riesige Fahrzeug mit viel zu hoher Geschwindigkeit bergab fuhr und der Fahrer die Kontrolle verlor, berichtet die "New York Times". Eine Augenzeugin schätzt, dass das Auto vermutlich knapp 100 Stundekilometer schnell war.

Die Limousine raste über die Kreuzung und traf ein leeres Auto, rutschte anschließend in den tiefen Graben eines Bachbetts. Bei dem Zusammenprall wurden alle 18 Insassen der Limousine getötet, darunter der Fahrer. Außerdem kamen zwei Fußgänger ums Leben.

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Sicherheitsmaßnahmen fruchten nicht

Großeinsatz von Polizei und Rettungskräften in den USA.
Großeinsatz von Polizei und Rettungskräften.

An der Kreuzung treffen die Route 30 und Route 30A zusammen. Alan Tavenner, Chef der Stadtbehörde, zeigte sich erschüttert über die Bilder, die sich ihm an der Unfallstelle boten. Die Sicherheitsmaßnahmen, die die Verkehrsbehörden vor rund sieben Jahren veranlasst hatten, würden offensichtlich nichts bringen, sagte er.

"Hässlicher Schnittpunkt", nur mit einem Stoppschild markiert

Skizze des Unfallorts und Umgebung
Skizze des Unfallorts und Umgebung. Im "Apple Barrel Country Store" befand sich die im Artikel erwähnte Augenzeugin.

Tavenner bezeichnete den Unfallort als "hässlichen Schnittpunkt". Die Route 30 führt steil bergab zu einer T-Kreuzung mit der Route 30A, die nur mit einem Stoppschild markiert ist.

Eine Augenzeugin sagte, sie sei in einem Laden gewesen, als sie den lauten Knall hörte. Sie eilte hinaus und alarmierte direkt den Notruf. "Wir haben schon einmal Unfälle gehört", sagte sie. "Du kennst das Geräusch, wenn es passiert." Doch so schlimm wie dieses Mal war es noch nie.