2019 M01 11 - 14:38 Uhr

Auf eine Million Einwohner kommen 11,5 Organspender

Erstmals seit 2010 ist die Zahl der Organspender wieder deutlich angestiegen. Im vergangenen Jahr haben 955 Menschen nach ihrem Tod ihre Organe für schwerkranke Patienten gespendet. Das teilte die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) mit. Im Vergleich: 2017 gab es lediglich 797 Spender. Das ist eine Steigerung von knapp 20 Prozent. 2012 hatte es letztmals mehr Organspenden gegeben – nämlich 1.046. Damit kommen nun 11,5 Spender auf eine Million Einwohner.

Die aktuellen Zahlen im Überblick

Insgesamt 3.113 Organe wurden durch die internationale Vermittlungsstelle Eurotransplant erfolgreich an Patienten vermittelt. Das sind 519 Organe mehr als 2017. Darunter waren 1.607 Nieren, 295 Herzen, 779 Lebern, 338 Lungen, 91 Bauchspeicheldrüsen sowie drei Dünndärme.

Und auch die Zahl der Organtransplantationen in deutschen Kliniken ist seit 2017 angestiegen. Kliniken 3.264 Organe verstorbener Spender konnten 2018 transplantiert werden. Im Jahr 2017 waren es 2.765 Organübertragungen.

Lebenschance für schwerkranke Patienten

Laut DSO hat jeder deutsche Spender im Durchschnitt drei schwerkranken Patienten eine neue Lebenschance geschenkt.

Aber wie wird man eigentlich Organspender? Und welche Voraussetzungen muss man dafür erfüllen. Wir beantworten alle wichtigen Fragen rund um das Thema Organspende und Organspendeausweis.

Ein „erster Hoffungsschimmer“

Aktuell stehen in Deutschland der DSO zufolge noch immer rund 9400 Patienten auf den Wartelisten für eine Organtransplantation. Die Stiftung wertete die Zahlen als "ersten Hoffungsschimmer" für wartende Patienten. Als besonders erfreulich bewertet die DSO, die die Organspende in Deutschland koordiniert, ein verstärktes Engagement der Kliniken. Sie hätten der Koordinierungsstelle 2.811 Meldungen über eine mögliche Organspende zukommen lassen, 26 Prozent mehr als im Vorjahr. Zuvor hatten Studien betont, dass das zurückhaltende Meldeverhalten der Kliniken für die niedrigen Organspendezahlen verantwortlich seien.  Entscheidende Verbesserungen könnten zudem die derzeit vom Bundestag geplanten Reformen zur Organspende bringen.