20 Millionen Menschen droht der Hungertod in Afrika

20 Millionen in Afrika vom Hungertod bedroht
20 Millionen in Afrika vom Hungertod bedroht Größte humanitäre Katastrophe seit 1945 00:01:44
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UN stehen vor einer der größten humanitären Katastrophen seit ihrer Gründung

Millionen Menschen leiden in Afrika und im Süden der Arabischen Halbinsel an den Folgen von Bürgerkrieg und Dürre. Ihnen droht der Hungertod. Die Vereinten Nationen schlagen Alarm - und rütteln das Gewissen der Welt auf.

UN-Nothilfekoordinator fordert große Hilfsaktion

UN-Nothilfekoordinator Stephen O'Brien hat den Weltsicherheitsrat mit dramatischen Worten um Hilfe für Millionen von hungernden Menschen gebeten. Nach seinen Worten droht rund 20 Millionen Menschen in vier Ländern der Hungertod, sollte sich die internationale Gemeinschaft nicht zu einer größeren Hilfsaktion entschließen.

O'Brien hatte kurz zuvor die Krisengebiete im Jemen, im Südsudan und Somalia sowie in Nigeria besucht und sich ein Bild von der Lage gemacht. "Menschen werden schlicht und einfach den Hungertod sterben", sagte er zu den im Sicherheitsrat vertretenen Diplomaten.

Für den Nothilfekoordinator sei damit ein "kritischer Punkt in der Geschichte der Vereinten Nationen" erreicht, wie aus einer UN-Mitteilung hervorgeht. Die Vereinten Nationen stünden vor der größten humanitären Katastrophe seit ihrer Gründung. "Die Lage für die Menschen in diesen Ländern ist schrecklich und ohne eine große internationale Reaktion wird sie noch schlimmer", sagte der Brite.


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Welt muss jetzt handeln

Eine Frau geht am 09.03.2017 in Qardho (Somalia) durch ein Camp, in das sich Anwohner zurückgezogen haben, die wegend er Dürre ihr Land verlassen mussten. Millionen Menschen und Tiere leiden unter den Folgen einer schweren Dürre. Hilfsorganisationen
Dürre in Somalia © dpa, Ben Curtis, BC sab

"Alle vier Länder haben eine Sache gemeinsam - den Konflikt. Das bedeutet, dass wir (die UN) die Möglichkeit haben, weiteres Elend und Leiden zu verhindern." Rasche Hilfe und auch finanzielle Hilfe seien nötig, da noch die Gelegenheit bestehe, das Schlimmste zu verhindern.

Anfang der Woche hatte UN-Generalsekretär António Guterres bei einem Besuch in Somalia Hilfsgelder in Höhe von 825 Millionen Dollar (773 Millionen Euro) erbeten. Es gebe dringenden Handlungsbedarf, sagte Guterres, "Menschen sterben". Die Welt müsse jetzt handeln. 

In dem Land am Horn von Afrika versucht die islamistische Terrormiliz Al-Shabaab einen sogenannten Gottesstaat zu errichten. Die sunnitischen Extremisten kontrollieren Teile des Landes und verüben immer wieder blutige Angriffe - auch in Nachbarstaaten. 

Sieben Millionen Jemeniten sind unterernährt

HANDOUT - ARCHIV - Ein Junge wird am 29.07.2015 in einem Krankenhaus in Sanaa (Jemen) behandelt. Wegen Mangelernährung droht knapp 1,4 Millionen Kindern in den Ländern Nigeria, Somalia, Südsudan und Jemen nach Unicef-Angaben der Hungertod. (zu dpa «U
Auch in Jemen herrscht größte Not. © dpa, Unicef, ctm pai hpl

Allein in Somalia sind nach UN-Angaben mehr als sechs Millionen Menschen - etwa die Hälfte der Bevölkerung - in Folge einer schweren Dürre auf humanitäre Hilfe angewiesen. Mangels sauberen Trinkwassers ist die Cholera ausgebrochen, mehr als 7.700 Fälle wurden den UN zufolge in den vergangenen zwei Monaten dokumentiert. 

Auch im Bürgerkriegsland Jemen sind nach UN-Angaben rund sieben Millionen Menschen akut unterernährt oder wissen nicht, wie sie an ihre nächste Mahlzeit kommen sollen. Im Jemen kämpfen schiitische Huthi-Rebellen gegen die sunnitische Regierung unter Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi. Die humanitäre Lage ist katastrophal, Millionen Menschen hungern und sind von der medizinischen Versorgung abgeschnitten.

Im Südsudan ist die Lage nach einem Bericht des UN-Büros für Humanitäre Hilfe (UNOCHA) ebenfalls prekär. Mindestens eine Million Menschen stünden an der Schwelle zur Hungersnot, mindestens 5,5 Millionen Menschen sind laut UN auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Die Helfer benötigten 1,6 Milliarden US-Dollar für die Versorgung der Menschen. Bislang seien erst knapp zehn Prozent davon finanziert.

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