2. Bundesliga: Dynamo Dresden gegen HSV wegen Polizei-Einsatz in Chemnitz abgeblasen

Wegen des Großeinsatzes der Polizei in Chemnitz wird das Zweitliga-Spiel von Dynamo Dresden gegen den Hamburger SV abgesagtz. Foto: Jan Woitas
Wegen des Großeinsatzes der Polizei in Chemnitz wird das Zweitliga-Spiel von Dynamo Dresden gegen den Hamburger SV abgesagtz. Foto: Jan Woitas
© deutsche presse agentur

31. August 2018 - 20:05 Uhr

Das Spiel in Dresden ist ausverkauft

Das Zweitliga-Spiel zwischen Dynamo Dresden und dem Hamburger SV am Samstag ist wegen des Polizei-Großeinsatzes in Chemnitz abgesagt worden, teilten beide Clubs mit. Hintergrund sind die für diesen Tag in Chemnitz angemeldeten Demonstrationen und Versammlungen.

Polizei kann nicht Demonstrationen und Fußballspiel gleichzeitig bewältigen

Um diese personell stemmen zu können, hatte die sächsische Polizei darum gebeten, das Spiel zu verlegen. Das Spiel in der Dresdner DDV-Arena ist mit mehr als 30.000 Zuschauern ausverkauft. Eine Absicherung angesichts der Lage in Chemnitz sei somit nicht zu gewährleisten. Ein neuer Spieltermin steht noch nicht fest.

"Wir hatten auf diese Entscheidung keinerlei Einfluss und bedauern die Spielabsage sehr, weil wir uns wie über 30.000 Fans auf ein Fußballfest gefreut hatten", sagte Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Michael Born. Grundlage für die Entscheidung sei eine Verfügung des Sächsischen Staatsministerium des Innern (SMI) gewesen.

HSV sauer über kurzfristige Absage

Polizist vor dem Dresdner Fanblock.
Die sächsische Polizei benötigt alle verfügbaren Einsatzkräfte bei den angekündigten Demonstrationen in Chemnitz.
© imago/Robert Michael, imago sportfotodienst

Auch der HSV bedauerte die Spielabsage. "Natürlich hätten wir gerne morgen in Dresden gespielt und sind sportlich vorbereitet gewesen, entsprechend enttäuscht sind wir von dieser Absage. Aber wir müssen wie unser Gegner der Anordnung des sächsischen Innenministeriums folgen", sagte Vorstandschef Bernd Hoffmann.

HSV-Sportvorstand Ralf Becker erfuhr laut "Bild.de" im Privatwagen auf dem Weg nach Dresden von der Absage, als er bereits auf Höhe Berlin gewesen sei. Für Becker hieß es: Umdrehen und ab nach Hause. "Das ist super ärgerlich. Wie kann man um 18.15 Uhr ein Punktspiel absagen? Das Team ist schon fast in Dresden. Viele Fans schon unterwegs. Das hätte man anders regeln müssen", zitiert ihn das Portal. Nach zuletzt drei Siegen in Serie wollte der HSV seinen Aufwärtstrend in Dresden bestätigen. Die Hanseaten waren am Freitagabend mit der Bahn angereist.

Die sächsische Polizei geht bei den für Samstag in Chemnitz angemeldeten Demonstrationen und Versammlungen von einer Teilnehmerzahl "im unteren fünfstelligen Bereich" aus, wie Landespolizeipräsident Jürgen Georgie am Freitag in Dresden mitteilte. Der Freistaat habe Unterstützung aus anderen Bundesländern angefordert und alle verfügbaren Kräfte bekommen. Auch Wasserwerfer und Reiter stünden bereit.

Die AfD und das ausländerfeindliche Bündnis Pegida haben zu einem Schweigemarsch aufgerufen, das rechtspopulistische Bündnis Pro Chemnitz hat ebenfalls eine Kundgebung angemeldet. Zudem soll es eine Gegendemonstration eines breiten Bündnisses unter dem Motto "Herz statt Hetze" geben. In Chemnitz war es nach dem Tod eines Deutschen und der Festnahme zweier Ausländer in den vergangenen Tagen zu Ausschreitungen mit Attacken gegen Ausländer gekommen.


Quelle: DPA/RTL.de