19-Jähriger wegen Matherätsel auf Facebook niedergestochen - Fall wird neu aufgerollt

16. November 2017 - 15:06 Uhr

Prozess um Messerattacke nach Facebook-Rätsel wird neu aufgerollt

Dass ihn ein harmloses Mathematikrätsel auf Facebook in Lebensgefahr bringen würde - damit konnte Robert D. nicht rechnen. Aber ein Mann, den er nur aus dem Internet kannte, attackierte ihn mit einem Messer. Bis heute kann Robert D. aus Weimar nicht mit der Tat abschließen, denn jetzt wird der Prozess wegen eines vermeintlichen Fehlers in der Beweisführung neu aufgerollt.

Der Streit um ein Mathematikrätsel auf Facebook eskalierte blutig

Der Angeklagte Alexander L. sitzt am 11.10.2016 im Landgericht Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) auf der Anklagebank. Bei einem Streit im April 2016 soll es unter anderem um ein mathematisches Rätsel gegangen sein.
Der Angeklagte bei der ersten Verhandlung - damals wurde er zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt.
© dpa, Jens Büttner, jbu cul

Alles beginnt mit einem harmlosen Rätsel, das Robert D. bei Facebook postet: "Welche Zahl ist gesucht? Gehörst Du zu den zwei Prozent, die die Aufgabe lösen können? Die Hälfte meiner Zahl ist die Hälfte von 400." Die Diskussion unter dem Post von Robert D. ist hitzig. Auch Alexander L. (29) mischt sich ein. Die beiden kannten sich vorher nicht, trotzdem entbrennt ein Streit zwischen ihnen. Aber die Diskussion bleibt nicht im Internet.
Robert D. ist mit einem Freund zusammen auf dem Nachhauseweg, als plötzlich der Mann, den er nur aus dem Netz kennt, vor ihm steht. "Ich habe ihn angeguckt, er hat mich angeguckt und dann habe ich sofort einen Stich kassiert", erzählt er. Zweimal sticht der Täter zu und verletzt Robert D. schwer. Der 19-Jährige muss mehrfach operiert werden, eine seiner Nieren ist nicht mehr zu retten.

Robert D. will endlich mit der schrecklichen Tat abschließen

Nur mit viel Glück überlebt Robert D. die Attacke. Im Oktober 2016 wird sein Angreifer wegen versuchten Totschlags zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt. Doch der Täter zeigt schon vor Gericht keinerlei Reue und geht in Revision.
Robert D. will nach dem erneuten Prozess endlich mit der schrecklichen Geschichte abschließen: "Ich hoffe, dass er sich dieses Mal entschuldigt. Ich würde mich freuen, wenn die Sache endlich durch ist. Und ich die Sache endlich hinter mir lassen kann." Warum der Angreifer jetzt sogar mit einer milderen Strafe davonkommen könnte, zeigen wir Ihnen im Video.