180 glückliche Mädchen!

09. Oktober 2015 - 12:51 Uhr

Peter Kloeppel weiht Mädcheninternat ein

Große Freude bei den Schülerinnen des Mädcheninternats im Leprazentrum in Dhanbad/Indien. Sie alle sind von der heimtückischen Krankheit Lepra direkt oder mittelbar durch ihre Familien betroffen und werden in dem Internat gefördert. Bisher spielte sich das Leben dort auf engstem Raum ab:. Dort, wo tagsüber die Schulbänke stehen, wurden nachts die Schlafmatten auf dem Boden ausgerollt und die Mädchen lagen dicht gedrängt nebeneinander auf dem Boden. Das hat sich jetzt geändert: 2007 engagierte sich RTL-Chefredakteur Peter Kloeppel als Pate des RTL-Spendenmarathon für das Mädcheninternat und machte sich vor Ort ein Bild von der schwierigen Situation. 272.280 Euro spendete die "Stiftung RTL – Wir helfen Kindern e.V." dann für den Bau eines neuen zweistöckigen Gebäudes mit zehn Schlafsälen, einem Computerraum und neuen Klassenräumen. Gemeinsam mit den 180 Mädchen, die nun eine neue hygienische und menschenwürdige Unterbringung bekommen, weihte Peter Kloeppel jetzt das neue Haus ein. An der Seite des Journalisten betraten die aufgeregten Mädchen zum ersten Mal ihr neues Heim und bestaunten ihre neuen Schlaf- und Lernplätze. "Das Gebäude bietet den Schülerinnen ein freundliches Zuhause und eine Umgebung, die zum Lernen animiert - so tragen wir mit den Spendengeldern dazu bei, dass die Kinder bessere Startvoraussetzungen in die Zukunft erhalten", berichtet Peter Kloeppel von den Erlebnissen vor Ort.

Das Leprazentrum in Dhanbad hat sich die Versorgung der Leprakranken in den Slums der Kohle- und Industriestadt und Umgebung sowie in mehreren Lepra-Kolonien zur Aufgabe gemacht hat. Das Einzugsgebiet des Zentrums erstreckt sich über einen ganzen Distrikt mit 32.775 qkm und 1,155 Mio. Einwohnern. Zu den Aufgaben gehören u.a. die Leprakontrolle, das heißt das Auffinden neuer Lepra- und Tuberkulosefälle und die medikamentöse Behandlung der neuen Patienten. Gleichzeitig ist das Zentrum ein Ausbildungszentrum für paramedizinische Helfer, Physiotherapeuten, Pflegehelfer und Sozialarbeiter.

Lepra, die 'Strafe der Götter'

180 glückliche Mädchen!

Das Leprazentrum hat mit seiner großen Rehabilitationsabteilung wahre Pionierarbeit auf diesem Gebiet geleistet. Zahlreichen Leprakranken wird die Möglichkeit geboten, in einer Spinnerei und Weberei das Webereihandwerk zu lernen und dabei später ein eigenes Einkommen zu erzielen und damit dem Teufelskreis der Armut zu entfliehen. Das Projekt unterhält auch zwei Schulen mit über 900 Schülern. Die Schülerinnen und Schüler kommen aus dem Einzugsgebiet des Projekts und sind zumeist Kinder von Leprakranken oder selbst an Lepra erkrankt. Insgesamt leben 330 Mädchen, die vor allem aus entlegeneren Orten kommen, in zwei Mädchen-Internaten.

Lepra ist eine nicht-erbliche Krankheit, deren Erreger die Haut und das Nervensystem befällt. Einen Impfstoff gibt es nicht, aber mit Hilfe von Antibiotika kann der Erreger vollständig abgetötet werden. Weltweit sind etwa zwei bis vier Millionen Menschen durch Lepra behindert, am stärksten betroffen ist Indien: von den weltweit 296.499 neuen Leprafällen im Jahr 2005, waren es in Indien 161.457 Neuerkrankungen. Lepra tritt in mehreren Formen auf: die Bakterien können Hände und Beine lähmen oder bestimmte Augennerven angreifen und zur Blindheit führen. Die schlimmen Entstellungen und Verstümmelungen bis hin zum Verlust der Gliedmaßen entstehen, nachdem die Hautstellen befallen sind und dort der Tastsinn abgetötet wurde. Neben dem entstellten Äußeren spielt der soziale Aspekt der Krankheit Lepra eine große Rolle. Kranke und ihre Familien werden oftmals ausgegrenzt, die Familienväter müssen um ihre Arbeitsstelle fürchten und können nicht mehr für ihre Familie sorgen, kranke Frauen werden von ihren Männern verstoßen, die Kinder dürfen keine Schule mehr besuchen. Grund für das Stigma ist die tief sitzende, irrationale Angst vor der Krankheit, die den Menschen so grausam verstümmeln kann. In Teilen Indiens gilt Lepra bis heute als "Strafe der Götter".

Jeder Cent kommt an!

Jede Spende wird ohne einen Cent Abzug an ausgewählte Kinderhilfsprojekte weitergeleitet. Dafür steht der RTL-Spendenmarathon und die "Stiftung RTL - Wir helfen Kindern e.V." seit 13 Jahren. RTL zahlt alle Verwaltungs-, Personal- und Produktionskosten der Aktion. Das lässt die Stiftung RTL jedes Jahr freiwillig durch das Deutsche Zentralinstitut für Soziale Fragen (DZI) prüfen und erhält Jahr für Jahr das Spendensiegel. So sind in den vergangenen 13 Jahren mehr als 71 Millionen Euro für Not leidende Kinder zusammen gekommen. Zehntausenden Kindern konnte so nachhaltig geholfen werden!

Weitere Informationen unter:

www.spendenmarathon.de

www.dahw.de