Baden in Kiesgrube verboten

Nichtschwimmer (17) in See ertrunken - Rettungskräfte durch illegale Badegäste behindert

10. August 2020 - 11:03 Uhr

Groß-Rohrheim: Rettungskräfte müssen sich Weg zum See bahnen

Ein 17-jähriger Nichtschwimmer ist in Groß-Rohrheim bei Darmstadt in einem Kies-See ertrunken.Sein Tod hätte möglicherweise verhindert werden können. Denn: "Durch parkende Fahrzeuge werden die Rettungsarbeiten erheblich behindert und die Einleitung der Rettung dadurch verzögert", klagt der Kreisverband der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) auf Facebook. Rund um den See, der zu einer Firma gehört und in dem das Baden verboten ist, parkten illegale Badegäste ihre Autos wild und blockierten so die Rettungswege. Was der Bürgermeister zu diesem Verhalten sagt, sehen Sie im Video.

Notfall-Melder konnte seinem Kumpel nicht helfen

"Um kurz vor 16:00 Uhr meldete ein junger Mann der Rettungsleitstelle und der Leitstelle der Polizei, dass sein Kumpel im See untergegangen sei", teilte die Polizei mit. Da der Notfall-Melder, wie das Opfer, nicht schwimmen konnte, gelang es ihm selbst nicht, den 17-Jährigen aus dem Wasser zu ziehen. Dieser war offenbar um sich abzukühlen in den See gegangen und vermutlich am steil abfallenden Ufer in Not geraten.

Nach Polizeiangaben zogen die Retter den leblosen Körper des Ertrunkenen gegen 16:30 Uhr aus dem Wasser, Reanimationsversuche blieben erfolglos. Die Polizei betont in ihrer Mitteilung: "Der See gehört zu einer Firma und ist kein öffentlicher Badesee. Der Zutritt ist mit entsprechender Beschilderung verboten und das Schwimmen untersagt."

Zum Zugang müsse ein zwei bis drei Meter hoher Erdwall überwunden werden. Wie die Rettungskräfte berichten, ließen sich davon am heißen Samstag offenbar massenweise illegale Badegäste nicht aufhalten. Jeder sollte die Worte der Retter ebenso ernst nehmen wie jedes "Baden verboten"-Schild, keines steht grundlos am Wasser. Warum im Groß-Rohrheimer Kiesloch-See besondere Gefahr herrscht, erklären wir im Video.

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