Leiche in Obdachlosenunterkunft gefunden

17-Jährige in Sankt Augustin getötet: War es eine Beziehungstat?

3. Dezember 2018 - 5:56 Uhr

Das ganze Wochenende suchte die Polizei nach dem Mädchen

Seit Freitagmittag (30. November) fehlte von der 17-Jährigen jede Spur. Die Jugendliche aus Unkel (Rheinland-Pfalz) sagte ihren Eltern, sie wolle eine Freundin besuchen. Dort kam sie aber nie an. Das ganze Wochenende suchte die Polizei mit Hochdruck nach der 17-Jährigen. Am Sonntagabend wurden die Beamten dann fündig: Sie lag tot in einer Obdachlosenunterkunft im rund 23 Kilometer entfernten Sankt Augustin (Nordrhein-Westfalen). Die Polizei kann eine Beziehungstat nicht ausschließen.

Die Ermittler gehen von Mord aus

Ein Tatverdächtiger wurde in der Unterkunft festgenommen, teilte die Polizei mit. Er soll die 17-Jährige getötet haben. Laut Polizei hat der Mann die deutsche und die kenianische Staatsangehörigkeit. Das Opfer und der Täter kannten sich anscheinend, denn die 17 -Jährige besuchte den zwei Jahre älteren Mann. Die Ermittler kamen dem Mann über soziale Netzwerke auf die Spur.

Wie RTL-Reporter Ulrich Klose erfuhr, wollte die Polizei den Mann lediglich befragen, ob er das Mädchen gesehen hatte. Während der Überprüfung durch die Polizei erklärte der 19-Jährige dann plötzlich, dass die Vermisste tot in seinem Zimmer läge. "Der alarmierte Notarzt konnte vor Ort nur noch den Tod feststellen", erklärte die Polizei. Eine Mordkommission übernahm die Ermittlungen. Laut RTL-Informationen stammt die Tote aus Serbien.

Bekannte erhielten das ganze Wochenende über noch Nachrichten von der Vermissten

Spaziergänger fanden Sonntagnachmittag die Kleider und Handtasche des Mädchens am Sieglarer See im Stadtteil Meindorf. Die Polizei suchte mit Spürhunden das Ufer ab, Taucher das Wasser. Eine Drohne mit einer Wärmebildkamera machte Bilder aus der Luft. Gegen 20 Uhr entdeckten die Einsatzkräfte im benachbarten Stadtteil Menden dann die Leiche. Die städtische Unterkunft, in der Flüchtlinge und Obdachlose untergebracht sind, liegt am Rande eines kaum beleuchteten Gewerbegebiets neben einer Bahntrasse.

Bekannte des Mädchens hatten in den zwei Tagen nach seinem Verschwinden noch mehrmals Nachrichten vom Handy der 17-Jährigen erhalten, berichtete der WDR unter Berufung auf die Polizei. Die Familie der toten 17-Jährigen wird nun von Notfallseelsorgern betreut, teilte die Freiwillige Feuerwehr mit.