Lange Haftstrafe für 24-Jährigen

17 Brände gelegt: Ex-Feuerwehrmann muss ins Gefängnis

Prozess gegen mutmaßlichen Serienbrandstifter.
Prozess gegen mutmaßlichen Serienbrandstifter.
© dpa, Konstantin Mennecke, blo sto

18. März 2021 - 16:59 Uhr

5 Jahre Freiheitsstrafe ohne Bewährung

Vergangenen Sommer versetzt ein mutmaßlicher Feuerteufel ganz Einbeck in Angst und Schrecken. Die Feuerwehr muss in einem Monat 17 Mal ausrücken, weil er immer wieder zuschlägt. Verletzt wird zum Glück niemand. Vor dem Landgericht Göttingen fiel heute (18.03.) das Urteil gegen den 24-jährigen Angeklagten. Das Besondere: Er ist ein ehemaliger Feuerwehrmann. Fünf Jahre muss er jetzt ins Gefängnis. Zusätzlich muss der Verurteilte 14.000 Euro an die Geschädigten zurückzahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Die Brände zu legen habe ihm Erleichterung verschafft

Gartenlauben, Strohlager, Scheunen brannten, weil der Angeklagte offenbar Aufmerksamkeit erregen wollte. Insgesamt sind es 50 Straftaten, für die sich der ehemalige Feuerwehrmann vor Gericht behaupten musste. Der entstandene Sachschaden soll sich auf 350.000 Euro belaufen. Neben 17 Bränden musste sich der Angeklagte auch für unbezahlte Hotelrechnungen, Tankbetrug und ein geklautes Auto verantworten. Bereits Anfang März gestand er die Taten, nannte als Motiv eine "persönliche Zwangslage". Es habe ihm Erleichterung verschafft, die Brände zu legen.

Das Motiv: Aufmerksamkeit

Die Staatsanwaltschaft zeigte sich zufrieden mit dem Urteil. Laut des Oberstaatsanwaltes Andreas Buick wollte der Angeklagte große Schäden mit den Bränden anrichten und sich in den sozialen Medien später anschauen, was er dort verursacht habe und sich daran erfreuen, dass er erwähnt wird. Sein Verteidiger, Markus Fischer ergänzt in unserem Interview: "Das Motiv war tatsächlich, dass er sich, subjektiv, aus seiner Sicht sehr allein gefühlt hat. Von seiner Freundin wurde er verlassen, er hatte viele Probleme und hat Aufmerksamkeit gesucht." Seine Taten würde der 24-Jährigen mittlerweile bereuen, so der Anwalt weiter.