2018 M10 30 - 22:34 Uhr

Schülerin soll mehrmals vergewaltigt worden sein

Die Vorwürfe sind schwerwiegend: Sechs junge Afghanen sollen eine 15-Jährige aus München vergewaltigt haben. Die Schülerin lebt in einer betreuten Wohneinrichtung und soll sich bereits Anfang September einer Betreuerin anvertraut haben. Das berichten Medien wie die Abendzeitung und der Bayrische Rundfunk. Die Polizei bestätigte, dass ein Ermittlungsverfahren aufgenommen wurde. Inzwischen wurden auch fünf Verdächtige verhaftet, erklärte Polizei-Sprecher Damian Kania im RTL-Interview. Weitere Details wollte er nicht bekannt geben.

Ermittler müssen noch Zeugen vernehmen

"Wir nehmen das sehr ernst", sagte der Polizei-Sprecher. Um die laufenden Ermittlungen nicht zu gefährden, müsse sich die Polizei aber noch bedeckt halten. Die Polizei sei noch dabei Zeugen zu befragen. "Das Letzte was wir möchten, ist das die Zeugen durch die Berichterstattung beeinflusst werden und eventuell etwas angeben, was sie nicht gesehen oder gehört haben, sondern eben nur aus der Presse kennen", erklärte Kania. Weder zum Opfer, noch zu den Tatverdächtigen wollte er nähere Angaben machen. Er bestätigte nur, dass die Münchener Beamten gegen "mehrere nichtdeutsche Männer" ermitteln.

Hauptverdächtiger bestreitet Vorwürfe

Medienberichten zufolge sollen die Taten über mehrere Wochen stattgefunden haben. Zunächst soll der ehemalige Freund des Opfers - der Hauptverdächtige - die 15-Jährige zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben. Danach habe er, so der Vorwurf, zugelassen, dass fünf weitere Männer sich an ihr vergehen.

Der Ex-Freund bestreitet den Vorwurf. Er behauptet, der Geschlechtsverkehr sei einvernehmlich erfolgt, hieß es in der Abendzeitung. Auch die Staatsanwaltschaft gebe keine weiteren Details heraus, da noch Vernehmungen anstünden, erklärte Staatsanwalt Florian Weinzierl RTL.

Verdächtige sind zwischen 20 und 25 Jahre alt

In einer Blitzaktion konnte die Polizei fünf der Verdächtigen offenbar festnehmen. Nach dem sechsten sucht sie noch. Bei allen handelt es sich um Asylbewerber aus Afghanistan. Sie sind zwischen 20 und 25 Jahre alt.

Der Fall erinnert an die Massenvergewaltigung in Freiburg. Acht Männer sitzen dort in Untersuchungshaft, weil sie eine 18-Jährige nach einem Disco-Besuch betäubt und in einem Gebüsch vergewaltigt haben sollen.

Freiburger Vergewaltigungsfall schlug hohe politische Wellen

Der Freiburger Oberbürgermeister Martin Horn erhielt nach dem Vorfall sogar Morddrohungen. Er deaktivierte seine Accounts auf Twitter und Instagram. Die Masse an Nachrichten sei nicht mehr zu bewältigen gewesen. Der 33-Jährige ist aber weiterhin über Facebook erreichbar. Damit wolle er zeigen, dass er sich nicht wegducke, erklärte der parteilose Politiker. 

Der baden-würrtembergische FDP-Landtagsfraktionschef Hans-Ulrich Rülke verlangte Aufklärung dazu, warum der seit dem 10. Oktober vorliegende Haftbefehl gegen einen der Hauptverdächtigen zunächst nicht vollzogen wurde. Und auch SPD-Landtagsfraktionschef Sascha Binder sagte: "Die Bevölkerung hat ein Recht darauf zu erfahren, aus welchen Gründen der Haftbefehl tatsächlich nicht vollstreckt wurde."