Ein echtes Wunder!

Witwe bringt 14 Monate nach Tod ihres Mannes einen gemeinsamen Sohn zur Welt

Witwe Sarah brachte nach dem Tod ihres Mannes Scott den gemeinsamen Sohn Hayes zur Welt.
© Instagram/ sarahrshellenberger

28. August 2021 - 10:16 Uhr

Das Schicksal schlug zu

Sarah Shellenberger (40) aus Oklahoma City (USA) dachte, sie hätte noch ihr ganzes Leben mit Ehemann Scott vor sich. Als Scott im Februar 2020 mit nur 41 Jahren an einem Herzinfarkt stirbt, steht ihre Welt still. Wie durch ein Wunder bringt sie nur 14 Monate nach seinem Tod den gemeinsamen Sohn Hayes zur Welt. Doch wie kann das sein?

Witwe Sarah brachte Sohn Hayes im Mai 2021 zur Welt

Alles begann im September 2018

Im September 2018 hatten Sarah, eine Lehrerin aus Oklahoma City, und Scott, ein Wissenschaftsprofessor am College, geheiratet. Das Paar versuchte direkt Kinder zu bekommen. "Wir beide wollten unbedingt mindestens drei Kinder und waren sehr aufgeregt, unsere Familie zu gründen", erzählt Sarah der britischen Zeitung "Mirror". Die beiden hatten aber Probleme schwanger zu werden. Die Ärzte rieten dem Paar am Ende als letzte Möglichkeit zur künstlichen Befruchtung.

Weil die Kosten in den USA dafür sehr hoch sind, flog das Paar zur Eizellenentnahme nach Barbados in eine Fruchtbarkeitsklinik. Im Dezember 2019 wurden die ersten Embryonen entnommen. Nur ein gesunder Embryo sei dabei gewesen. Um diese Eizellen nach der Entnahme zu erhalten, setzt man Kryo- bzw. Tiefgefrierkonservierung ein. Bei Bedarf können diese zu einem späteren Zeitpunkt aufgetaut und zur IVF genutzt werden. So war es bei Sarah.

Um die Weihnachtszeit 2019 hatten Sarah und Scott herausgefunden, dass es ein Junge sei. "Scott und ich konnten Namen aussuchen, bevor er starb. Das war wirklich bedeutungsvoll", erinnert sich Sarah. Sie flog für eine weitere Eizellenentnahme wieder nach Barbados, allerdings mit ihrer Mutter. Ehemann Scott hatte keine Urlaubstage mehr übrig und musste zur Arbeit.

Lese-Tipp In-vitro-Fertilisation: IVF in sieben Schritten

Scott erlitt einen Herzinfarkt bei der Arbeit

Als Sarah auf ihrem Rückflug nach Oklahoma einen Zwischenstopp hatte, erhielt sie dann die schreckliche Nachricht: "Als ich in Toronto landete und endlich mit dem WLAN verbunden war, spielte mein Telefon verrückt", erinnert sie sich. Ihr Mann hatte während der Arbeit einen Herzinfarkt erlitten und lag auf der Intensivstation.

Als sie ins Krankenhaus kam, war Scott schon an lebenserhaltende Maschinen angeschlossen. Ein Neurologe erklärte ihr, ihr Mann sei hirntot. "Er war so gesund, fit und jung", sagt Sarah über ihren Ehemann. "Ich war aufgebracht und besorgt, aber ich dachte wirklich nicht, dass er sterben würde."

Sarah fasste den Entschluss, Scotts Organe zu spenden. So konnte er nach seinem Tod drei Leben retten. "Am Freitag, den 21. Februar, musste ich mich von ihm verabschieden. Das war das Schwierigste, was ich je gemacht habe", erinnert sich die Witwe.

Baby Hayes - kurz nach der Geburt

Sarah hat einen weiteren lebensfähigen Embryo

Eine Woche nach seiner Beerdigung teilte die Klinik in Barbados der Witwe mit, dass sie einen weiteren lebensfähigen Embryo habe. Sarah war sich sicher: Scott hätte gewollt, dass sie seine Babys zur Welt bringt.

Im August 2020 wurde sie – nur sechs Monate nach Scotts Tod – mit dem ersten Embryo von 2019 schwanger. Sohn Hayes kam im Mai 2021 zur Welt und ist kerngesund.

Baby Hayes auf einem Foto vom 24. August

Hayes soll ein großer Bruder werden

Die Lehrerin aus Oklahoma City erklärte dem "Mirror", dass ihr Sohn nach dem Verlust ihres Mannes ihre "Medizin" sei. "Hayes zu halten, war eine so gute Medizin für mich. Er hat mein Herz in vielerlei Hinsicht geheilt", sagt die trauernde Witwe über die Geburt ihres Babys.

Hayes soll schon bald ein Geschwisterchen bekommen. Sarah, die ihre Geschichte auch auf Instagram mit der Welt teilt, will mit dem zweiten und letzten lebensfähigen Embryo erneut schwanger werden.

(jti)