13,5 Jahre für Schwerverbrecher Wolf

Der Schwerverbrecher Thomas Wolf (l) und sein Entführungsopfer, die Bankiersfrau Susanne S.
Der Schwerverbrecher Thomas Wolf (l) und sein Entführungsopfer, die Bankiersfrau Susanne S.
© dpa, Arne Dedert

10. Februar 2016 - 11:51 Uhr

Urteil in Wiesbaden

13,5 Jahre Haft für Thomas Wolf: Nach neun Monaten ist im Prozess gegen den gesundheitlich angeschlagenen Schwerverbrecher das Urteil gefallen. Wolf musste sich wegen der spektakulären Entführung einer Wiesbadener Bankiersgattin im Jahr 2009 und zwei Banküberfällen vor dem Landgericht Wiesbaden verantworten.

Die Staatsanwaltschaft sagte in ihrem Plädoyer, dass der 58-Jährige "durch und durch kriminell" sei und forderte 15 Jahre Haft und anschließende Sicherungsverwahrung. Gleichzeitig räumte sie ein, dass die Rechtslage nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Mai dieses Jahres dies nicht zulasse.

Das Gericht hatte von Bund und Ländern eine komplett neue Regelung für die Sicherungsverwahrung gefährlicher Straftäter verlangt. Wie diese Neuordnung aussieht, ist politisch noch umstritten.

Wolf: "Meine kriminelle Karriere ist zu Ende"

Der Prozess war unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen geführt worden. Verteidiger Bremer kritisierte, dass der 58 Jahre alte Angeklagte stets in Fuß- und Handfesseln vorgeführt worden sei. Dabei habe der Angeklagte nie "einen Anlass für diese Sonderbedingungen gegeben".

Wolf selber sagte in seinem Schlusswort, das Unrecht seiner Taten sei er sich "sowohl bei der Planung wie der Begehung voll bewusst" gewesen. "Niemandem, außer mir, ist die Verantwortlichkeit anzulasten." Er verwies darauf, dass er seit zehn Jahren in einer Lebensgemeinschaft lebe, die sich auch in der Haft stabil gezeigt habe. Deshalb bat er die Richter, ihm "eine Perspektive zu eröffnen, die zukunftsweisend ist". Dies dürfe sich nicht nur an seiner kriminellen Karriere orientieren. "Meine kriminelle Karriere - und eine solche war es - ist unwiderruflich zu Ende."