Neues Gesetz geplant

Frankreich: 12 Tage Sonderurlaub bei Tod des Kindes

Frau mit einer Rose an einem Grabstein in Bonn.
Frau mit einer Rose an einem Grabstein in Bonn.
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03. Februar 2020 - 17:51 Uhr

Trauernde Eltern bekommen mehr Zeit für sich

In Frankreich sollen Eltern, die ihr Kind verloren haben, in Zukunft zwölf Tage Sonderurlaub bekommen. Das kündigte die Regierung am Montag in Paris an. Sie vollzog damit eine 180-Grad-Kehrtwende, denn die Regierungsmehrheit hatte einen ähnlichen Vorschlag der Opposition zuvor im Parlament abgelehnt. Nach scharfer Kritik und einem Machtwort von Präsident Emmanuel Macron lenkte sie ein.

Mehr Trauerurlaub und bessere psychologische Betreuung

Trauernden Eltern stehen derzeit fünf Tage Sonderurlaub zu. Die Trauerzeit soll jetzt auf zwölf Tage ausgeweitet werden. Arbeitsministerin Muriel Pénicaud kündigte einen entsprechenden Gesetzesvorschlag an. Außerdem sollen die Eltern eine bessere psychologische Betreuung bekommen. ​

Haltung der Regierung sei "unmenschlich"

Die Macron-nahe Fraktionsgruppe Union des démocrates et indépendants (UDI) hatte ursprünglich mit Politikern des Zentrums und gemäßigten Konservativen einen verlängerten Trauerurlaub für betroffene Eltern vorgeschlagen. Arbeitsministerin Pénicaud hatte ihn zurückgewiesen. Die Begründung: Eine längere Freistellung trauernder Eltern belaste Arbeitgeber zu sehr.

Diese Aussage stieß auf heftige Kritik: Die Haltung der Regierung sei "unmenschlich" und für betroffene Eltern "verletzend", so einige Politiker. So sprach sich Präsident Macron am Wochenende für einen "Beweis der Humanität" aus. 

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Das steht Trauernden in Deutschland zu

In Deutschland haben Eltern laut Bürgerlichem Gesetzbuch auch Anspruch auf Sonderurlaub beim Tod des eigenen Kindes. Wie lange der Sonderurlaub gewährt wird, hängt von einigen Faktoren ab: Verwandtschaftsgrade, Länge der Betriebszugehörigkeit und Kulanz des Arbeitgebers. Meistens gilt:

  • 3 Tage bei Tod seines Ehegatten/Lebensgefährten/Lebenspartners
  • 2 Tage bei Tod seiner Eltern, Kinder, Schwiegereltern, Geschwister, Stiefkinder und Pflegekinder, falls sie im selben Haushalt lebten
  • 1 Tag bei Teilnahme an der Beerdigung der vorgenannten Angehörigen, die nicht im selben Haushalt lebten sowie der Großeltern

Beim Tod einer Person kann ein Arbeitnehmer in Deutschland also bis zu drei Tage Sonderurlaub beantragen.