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110 Tote bei Flugzeugabsturz in Havanna: Flieger geht nach Start in Flammen auf

110 Tote bei Flugzeugabsturz in Havanna: Flieger geht nach Start in Flammen auf

Boeing 737-200 stürzte kurz nach dem Start ab
Flugzeugabsturz in Kuba: Bei dem Unglück nahe der Hauptstadt Havanna kamen 110 Menschen ums Leben
flm, dpa, Omara GARCÍA MEDEROS

Mehr als 100 Passagiere an Bord

Schock in Kuba: Eine Boeing 737-200 mit 113 Menschen an Bord ist kurz nach dem Start vom Flughafen in Havanna (Kuba) abgestürzt. Das Flugzeug flog am Freitag um 12:30 Ortszeit vom Flughafen José Martí ab und ging nur kurz danach in Flammen auf. 110 Menschen kamen ums Leben, drei Menschen wurden lebend aus den rauchenden Trümmern geborgen. Die Ursache für den Unfall liegt bislang noch im Dunkeln.

Drei Frauen kämpfen um ihr Leben

18.05.2018, Kuba, Havanna: Verletzte werden nach dem dem Absturz einer Passagiermaschine nahe des Internationalen Flughafens Havanna in das Krankenhaus Calixto Garcia eingeliefert. Foto: Marcelino Vazquez Hernandez/ACN/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Einige Passagiere haben den Absturz überlebt. Ärzte kämpfen noch um das Leben von drei Frauen.
flm, dpa, Marcelino Vazquez Hernandez

Dorfbewohner berichteten, das Flugzeug habe kurz vor dem Absturz gewendet. Offenbar wollte der Pilot zum Flughafen von Havanna zurückkehren. Dabei habe sich die Maschine in Stromkabeln verfangen. Kurz darauf schlug das Flugzeug am Waldrand neben einem Feld ein. Fünf Minuten nach dem Absturz waren die ersten Dorfbewohner an der Unglücksstelle, nach zwölf Minuten trafen die ersten Rettungskräfte ein. Die genaue Unfallursache steht noch nicht fest.

"Das ist ein bedauerliches Luftfahrtunglück. Die kubanische Regierung und die Kommunistische Partei bedauern den Vorfall und sprechen den Familien ihr Beileid aus", sagte der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel an der Absturzstelle. Eine Kommission untersuche die Umstände des Unfalls. An Bord der Boeing 737-200 seien 107 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder gewesen, berichteten kubanische Behörden. Nach Angaben der kubanischen Parteizeitung 'Granma' wurden zunächst vier Überlebende gefunden. Ein Mann erlag jedoch seinen Verletzungen. Die Ärzte konnten den Zustand dreier verletzter Frauen stabilisieren, ihr Zustand soll jedoch noch kritisch sein.

Maschine war fast 40 Jahre alt

Der Flug war nach Angaben von Prensa Latina auf dem Weg vom Flughafen José Martí in der Hauptstadt Havanna in die Stadt Holguín im Osten der Insel. Die staatliche kubanische Fluggesellschaft Cubana de Aviación hatte die Boeing von der kleinen mexikanischen Fluggesellschaft Aerolíneas Damojh angemietet, um die Strecke zwischen Havanna und Holguín zu bedienen. Die Boeing mit der Kennnummer XA-UHZ stammt aus dem Baujahr 1979 und ist eine von nur drei Maschinen der mexikanischen Airline.

Bei den Todesopfern handelt es sich vor allem um Kubaner, dabei sind aber auch zwei Argentinier, wie das Außenministerium in Buenos Aires mitteilte. Die fünf Besatzungsmitglieder stammten aus Mexiko. Mehr als die Hälfte der Menschen an Bord stammte offenbar aus Holguín, dem eigentlich Ziel des Fluges.

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