100. Geburtstag: Gedenken an erschossenen Politiker Karry

Der damalige hessische Wirtschaftsminister Heinz Herbert Karry. Foto: Heinz Wieseler/dpa/Archivbild
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05. März 2020 - 6:40 Uhr

Politiker in Hessen erinnern in diesen Tagen an den 1981 erschossenen FDP-Wirtschaftsminister Heinz Herbert Karry. Anlass ist der 100. Geburtstag des Frankfurters an diesem Freitag (6. März). "Viele ältere Parteifreunde erinnern sich an ihn als ehrenhaften Mann und Integrationsfigur", sagte der Vorsitzende der hessischen FDP, Stefan Ruppert. Zum Gedenken an Karry ist am Freitag eine Kranzniederlegung auf dem Frankfurter Hauptfriedhof geplant, für den 10. März laden Misterpräsident Volker Bouffier (CDU) und Ruppert zu einer Gedenkfeier in Wiesbaden ein.

Karry, damals hessischer Wirtschaftsminister, war 1981 in seinem Haus in Frankfurt-Seckbach von Unbekannten im Schlaf getötet worden. Die linksradikalen "Revolutionären Zellen" hatten sich öffentlich zu dem Attentat bekannt. Täter konnten aber nicht ermittelt werden.

Der Chef der FDP-Landtagsfraktion, René Rock, erklärte: "Der Mord an Heinz Herbert Karry mahnt uns bis heute, wie wichtig es ist, politischen Extremismus zu bekämpfen." Das Thema Extremismus habe nach der Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke und dem jüngsten Attentat von Hanau traurige Aktualität.

Weggefährtin Edith Strumpf (81), damals Landtagsabgeordnete und FDP-Kreisvorsitzende in Frankfurt, bezeichnete Karry als einen "Frankfurter durch und durch" und eine tolerante Persönlichkeit: "Er hat alle respektiert. Da gab es für ihn keine Unterschiede, er hat immer die Menschen gesehen."

Quelle: DPA