10 Monate Haft für Grapscher

Mutter des Opfers: "Der Nachhilfelehrer hat meine Tochter missbraucht“

26. August 2020 - 17:00 Uhr

Er begrapschte das elfjährige Mädchen

Eigentlich sollte ihre Tochter bei der Nachhilfe in Mathe besser werden – doch der Nachhilfelehrer begrapscht das Kind an Brust, Po und Schritt! Zwei Jahre später endlich das Urteil: Zehn Monate Haft wegen Missbrauchs von Kindern und Schutzbefohlenen. Im Gespräch mit RTL schildert die Mutter der Schülerin, was damals passiert ist. Wie es der Tochter jetzt geht und warum sie immer noch zur gleichen Nachhilfe geht, das zeigen wir im Video

Vertrauen schamlos ausgenutzt

Die Berliner Schülerin geht eigentlich gerne zur Nachhilfe – ihre Mathe-Noten werden immer besser. Doch Issa F. – eigentlich nur Ersatz-Nachhilfelehrer – nutzt das Vertrauen seiner Schülerin schamlos aus. Der 31-Jährige begrapscht das gerade mal elfjährige Mädchen an der Brust – als sie sich abwendet fasst er ihr an den Po und in den Schritt.

Schülerin ist traumatisiert

Die Tat hat Spuren hinterlassen. Die Schülerin ist ängstlicher und emotionaler geworden. "Sie ist sehr zurückgezogen. Kinder sollten sich nicht wegsperren, Kinder sollten draußen sein und sich mit Freunden treffen", sagt ihre Mutter. Für sie ist das Urteil nicht hart genug: "Zehn Monate sind viel zu wenig. Und wir haben sehr lange gewartet. Ich verstehe nicht, warum sich das zwei Jahre hingezogen hat."

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"Keine positive Sozialprognose“

Zehn Monate Haft – damit ist das Gericht über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinausgegangen. Die hatte nämlich nur acht Monate gefordert. Die Presssprecherin des Gerichts erklärt, dass der Täter "keine positive Sozialprognose hat". Er ist nämlich schon wegen anderer Taten vorbestraft und stand während des Übergriffs auf das Mädchen unter Bewährung.

Auch heute noch hat die Schülerin Probleme, Nähe zu ertragen, besonders bei Männern. Ihre Mutter sagt: "Meine Tochter wird das das ganze Leben mit sich tragen. Wenn sie jemanden sieht, der so ähnlich aussieht wie der Täter, wird sie ängstlich"

Prozess ist eine große Belastung

"Als sie von dem Termin gehört hat, ist sie in Tränen ausgebrochen. So etwas wühlt auf, da kommt alles nochmal hoch", sagt ihre Mutter. Der Lehrer verweigert vor Gericht die Aussage. Deshalb muss die Schülerin aussagen. Es fällt ihr sehr schwer, über das Erlebte zu sprechen, die Befragung lässt sie unter Tränen über sich ergehen. Den Nachhilfe-Grapscher lässt das kalt.

Mädchen geht wieder zur Nachhilfe

Aber die Schülerin will sich nicht unterkriegen lassen. Sogar zur Nachhilfe geht sie wieder. Die Schülerhilfe stand im engen Kontakt mit der Familie, erkundigte sich immer wieder, wie es ihr geht. Am Anfang bekam sie extra eine weibliche Lehrerin, um langsam das Vertrauen wiederherzustellen. Die Mutter ist stolz auf ihre Tochter: "Das ist ziemlich stark von ihr. Dass sie trotz des Geschehens weiter dahin geht, zeigt wie stark sie ist."