Welche Globuli wofür?

10 Mittel, auf die Homöopathie-Anhänger schwören

17. Juni 2019 - 18:38 Uhr

Jeder zweite Deutsche hat bereits Globuli genommen

Über 7.000 Ärzte in Deutschland haben eine homöopathische Zusatzausbildung. Und auch wenn viele Schulmediziner nicht an die Wirkungsweise der weißen Kügelchen, die man sich auf der Zunge zergehen lässt, glauben, gibt es unter ihnen immer mehr Anhänger. Vor allem aber schwören viele Patienten auf die Mittel – doch ein wissenschaftlicher Nachweis, dass Homöpathie wirkt, konnte bisher nicht erbracht werden.

Jan Böhmerman nimmt Homöopathie aufs Korn

Zuletzt erhielt die alternativmedizinische Homöopathie starken Gegenwind von Jan Böhmermann. In seinem "Neo Magazin Royale" nahm er die geschüttelten Kügelchen aufs Korn und führte aus, warum Homöpathie "nicht über den Placebo-Effekt hinaus" wirke. Ob er damit die Anhänger homöopathischer Mittel von ihrer Überzeugung abbringen konnte oder nicht: Fakt ist, dass immer mehr Menschen an ihre Wirkung glauben. Laut einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach gaben 2014 60 Prozent der befragten Deutschen an, homöopathische Mittel verwendet zu haben – fast die Hälfte mit uneingeschränkt positiven Heilerfahrungen.

Das bedeutet 'Potenzierung' in der Homöopathie

Bei der Herstellung von Globuli werden die Wirkstoffe extrem verdünnt. Doch gerade das soll Homöopathie-Anhängern zufolge bei akuten Beschwerden Wunder vollbringen: Je höher die Verdünnung des Mittels, Potenzierung genannt, desto stärker soll dessen Wirkung sein. Laut Homöopathen wirkt ein Mittel nämlich umso stärker, je weniger des Ausgangsstoffs in dem Medikament enthalten ist.

Bei niedrigeren Potenzen soll die Wirkung in der Homöopathie zwar breiter gestreut, dafür insgesamt schwächer sein. Vor allem diese Mittel eigneten sich daher gut für die Selbstbehandlung verschiedenster Symptome. Globuli mit höheren Potenzen sollten dagegen immer in Absprache mit einem homöopathisch ausgebildeten Arzt eingenommen werden, da die Dosierung hier viel Fachkenntnis erfordert.

Welches Mittel für welches Problem?

  1. Bei Husten: Bryonia D6
  2. Bei Kopfschmerzen: Gelsemium D6
  3. Bei Kreislaufschwäche: Veratrum album D6
  4. Bei Gelenk- und Muskelschmerzen: Rhus toxicodendron
  5. Bei blauen Flecken: Arnica D6
  6. Bei Infekten und Fieber: Belladonna D12
  7. Bei Hormonschwankungen: Pulsatilla
  8. Für das Immunsystem: Echinacea D6
  9. Für den Magen-Darm-Trakt: Nux vomica D6
  10. Für guten Schlaf und Energie: Cocculus D12

Achtung, dies ist keine Empfehlung, die aufgezählten Mittel zu verwenden. Wie eingangs bereits erwähnt, konnte die Wirkung von homöopathischen Arzneimitteln wissenschaftlich bisher nicht bestätigt werden. Besprechen Sie die Frage, ob Sie hierzu greifen sollten, am besten mit einem Arzt oder Apotheker Ihres Vertrauens und gehen Sie auch auf die Kritik an Homöopathie ein.